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Newsletter 3-2021 / Fokus I

Das IFES IPES und das ZEM CES gehen ab dem 01.01.2022 einen gemeinsamen Weg

Die Grundlagen für die Zusammenarbeit sind gelegt: Die Statuten wurden revidiert und die EDK hat an ihrer Jahresversammlung ein gemeinsames Budget sowie einen neuen Leistungsauftrag für den Zeitraum 2022‑2024 genehmigt. Was wird dieses neue ZEM CES den verschiedenen Akteuren der Sekundarstufe II bieten?

Gruppenfoto mit Pascaline Caligiuri (rechts) und Ivo Schorn (links)
Bild Legende:

Doppelinterview mit Pascaline Caligiuri, der Direktorin des ZEM CES, und Ivo Schorn, dem aktuellen Direktor des IFES IPES und Vizedirektor des ZEM CES ab dem 01.01.2022.

Wie kommt es zu dieser Bündelung der Kräfte und Leistungen?
Pascaline Caligiuri PC: Unsere beiden Agenturen unterstützen die Entwicklung der Sekundarstufe II, wobei das ZEM CES stärker auf die allgemeinbildenden Ausbildungen ausgerichtet ist und das IFES IPES einen breiteren Fokus auf die gesamte Sekundarstufe II hat. Die Hauptzielgruppen sind identisch – nämlich in erster Linie die Kantone und die Schulen der Sekundarstufe II. Die Leistungen, die wir ihnen bieten, ergänzen sich ebenso wie die Kompetenzen unserer Mitarbeitenden, die sehr ähnliche Profile aufweisen. Auf dem Papier ist die Zusammenführung deshalb sinnvoll, und in der Praxis arbeiten wir in spezifischen Projekten bereits seit Langem zusammen. Ziel ist es, «gemeinsam stärker» zu sein und Synergien zu schaffen, dank denen die bisher von den beiden Agenturen ausgeführten Tätigkeiten vorangetrieben werden können.

Ivo Schorn IS: Genau. Die Perspektive der WBZ und des heutigen ZEM CES war und ist der Entwicklungsaspekt, während die Perspektive des IFES IPES in der Evaluation lag und liegt. Mit dem Übergang von der WBZ zum ZEM CES verlagerte sich die Perspektive des ZEM CES zudem stärker in die Bereiche Know‑how‑Transfer und Weiterentwicklung der Governance – wobei ich hier Governance als Zusammenwirken der verschiedenen Ebenen des Bildungssystems verstehe.
Das IFES IPES verfügt hierzu über einen grossen Schatz an akkumuliertem Wissen. Deshalb liegt es nahe – und haben verschiedene Akteure schon seit einiger Zeit vorgeschlagen – die beiden Institutionen zusammenzuführen. So wird das Know‑how gebündelt und kann noch besser zur Unterstützung der Governance genutzt werden. Andererseits profitieren die Evaluationen und Standardisierten Befragungen vom thematischen Know‑how und von den Netzwerken des ZEM CES.

Was ändert sich konkret?
PC: Der Name IFES IPES verschwindet und alle bisher erbrachten Leistungen werden unter dem Dach und der Marke ZEM CES zusammengefasst. Mit dem neuen Leistungsauftrag ist es gelungen, ein kohärentes Gesamtpaket aus den Tätigkeiten beider Einheiten zu schnüren. Dabei geht es nicht darum, die Tätigkeiten und Leistungen der beiden Agenturen einfach nur zu addieren, sondern wirklich zu «integrieren». Dies geschieht insbesondere über die Mitarbeitenden, die an Projekten und Themen eng zusammenarbeiten und die bestehenden Tätigkeiten gemeinsam weiterentwickeln werden.

Welche Fragen muss der Direktor des IFES IPES den Kundinnen und Kunden im Zusammenhang mit der Zusammenführung der Institutionen am häufigsten beantworten?
IS: Wir haben viele Berufsfachschulen evaluiert. Diese sind weiterhin an Evaluationen und Standardisierten Befragungen interessiert. Zudem interessiert häufig auch, wer aus dem Team des IFES IPES zum ZEM CES wechselt. Ganz grundsätzlich ist eine solche Zusammenführung eine grosse Herausforderung. Diese Entwicklung zu einem polyvalenten, agilen Team unterstützen zu dürfen – darauf freue ich mich enorm.

PC: Wir sind froh, dass das ZEM CES auf das bewährte, langjährige Team und alle externen Expertinnen und Experten setzen darf. Das ZEM CES wird die Evaluationen und Standardisierten Befragungen für alle Schulen der Sekundarstufe II durchführen und weiterentwickeln. Im Bereich der Evaluationen für die Berufsfachschulen ist die bewährte Zusammenarbeit zwischen dem IFES IPES mit der EHB ein wichtiger, tragender Pfeiler. Diese wird unter dem Dach des ZEM CES ebenfalls weitergeführt.

Worin liegt der Mehrwert für das System als Ganzes?
PC: Der grösste Gewinn liegt darin, über ein einziges schweizweites Kompetenzzentrum für die Sekundarstufe II zu verfügen, das allen Akteuren das Gefühl vermittelt, in ihrer jeweiligen Realität unterstützt zu werden (Abteilungsleitende, Rektorinnen und Rektoren, Lehrpersonen…), ihnen aber auch die Möglichkeit gibt, den Blick über die eigene Schule oder den eigenen Kanton hinaus für eine nationale Sicht zu öffnen. Indem wir die Erfahrungen und Netzwerke der beiden Agenturen zusammenlegen, können wir einen grösseren Bereich abdecken – und eine breitere Abdeckung bedeutet beispielsweise auch repräsentativere Erhebungen für das gesamte Bildungssystem, eine Bereicherung des Austauschs oder eine Erleichterung des Aufbaus einer gemeinsamen Mobilitätskultur.

IS: Ich erwarte, dass der Mehrwert auf ganz natürliche Weise entsteht und sichtbar wird, denn die gebündelten Kompetenzen und Kräfte des vereinten Teams werden neue Leistungen und Dynamiken ermöglichen. Ganz konkret denke ich zum Beispiel an Übersichtsstudien, die auf den Daten und Ergebnissen der Standardisierten Befragungen und der Evaluationen beruhen. Wir werden die Entwicklung im Feld der Digitalität oder bei der Zufriedenheit mit der Berufsbildung zwischen 2019 und 2022 aufzeigen können usw. Weiter zeigt sich bereits jetzt die wachsende Akzeptanz der Angebote im Zug der Zusammenführung. Neue Kantone und Schulen konnten dafür gewonnen werden, auch in der Romandie.

Was ist die grösste Herausforderung?
PC: Das ZEM CES positioniert sich klar im Dienst der Mittelschulen und ihrer Akteurinnen und Akteure. In unserem föderalen System sind diese sehr zahlreich und verfügen über Handlungsspielraum. Unsere Herausforderung ist es, für sie von Nutzen zu sein, indem wir versuchen, individuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen, ohne die Gesamtschweiz aus dem Blick zu verlieren. Dies ist manchmal ein Widerspruch. Ich sage oft, das ZEM CES ist dazu da, um an der richtigen Stelle Impulse zu geben, es dient als Schmiermittel für das Räderwerk des Bildungssystems. Dies erfordert jedoch ein gewisses Feingefühl, viel Geduld, stets ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der verschiedenen «Schichten» des Systems und eine Förderung des Dialogs zwischen ihnen.

Worauf freust du dich am meisten?
PC: Diese Integration ermöglicht allen, ihre Arbeit mit etwas Abstand zu betrachten und sich vielleicht auch von einer anderen Arbeitsweise inspirieren zu lassen. Ich mag es, wenn die Gewohnheiten etwas ins Wanken geraten. Dann kann man aus einer Veränderung das Beste herausholen. Als Direktorin setze ich mich dafür ein, allen einen sicheren Rahmen, in dem sie sich sanft weiterentwickeln können, und eine klare, zielgerichtete Führung zu bieten. Am meisten freue ich mich auf die Arbeit mit den Menschen, intern wie auch mit allen unseren Ansprechpartnerinnen und ‑partnern.

Die EDK hat an ihrer Jahresversammlung vom 21./22. Oktober 2021 das aktualisierte Statut der Fachagentur ZEM CES mit den angepassten Rechtsgrundlagen und dem erweiterten Leistungsauftrag genehmigt. Die Aktualisierungen betreffen unter anderem die Integration der Leistungen des IFES IPES ins bestehende Statut (Zweck, Aufgaben Zusammenarbeit mit den Gremien). Neu werden darin explizit die Aufgaben der Schweizerischen Mittelschulämterkonferenz SMAK auch im Statut ZEM CES aufgeführt.

Weitere Informationen.

Kontakt
Mediendienst Generalsekretariat EDK
+41 31 309 51 11

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