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Medienmitteilung 24.5.2019

Grundkompetenzen Sprachen und Mathematik: erste schweizweite Erhebungen abgeschlossen

Bern, 24. Mai 2019. Erstmal wurde schweizweit überprüft, wie viele Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen erreichen, welche die EDK 2011 in ihren Bildungszielen festgelegt hat. Im Bereich Sprachen zeigt sich eine hohe Übereinstimmung bei den Bildungszielen zwischen den Kantonen. Bei der Mathematik ist die Situation weniger harmonisiert.

Die Kantone sind per Verfassung zur Harmonisierung der Bildungsziele verpflichtet (Art. 62, Abs. 4 Bundesverfassung). Sie haben gemeinsam Instrumente für die Zielharmonisierung entwickelt. Dazu gehören die nationalen Bildungsziele (Grundkompetenzen) der EDK oder die neuen sprachregionalen Lehrpläne. Die Einführung dieser und weiterer Instrumente ist ein langfristiger Prozess und noch nicht abgeschlossen.

Am Ausgangspunkt der Harmonisierung wurde nun erstmals unter Beteiligung aller Kantone untersucht, wie viele Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen erreichen, die von der EDK 2011 festgelegt worden sind. Die Ergebnisse sind gleichzeitig ein Indikator für die Übereinstimmungen bei den Bildungszielen zwischen den Kantonen. Getestet wurden Kompetenzen aus den Bereichen Schulsprache und erste Fremdsprache am Ende der Primarstufe (2017) und Mathematik am Ende der obligatorischen Schule (2016).

Ergebnisse Sprachen: Im schweizerischen Mittel erreichen 88% der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen in der Schulsprache (Lesen). Bei der Orthografie sind es je nach Sprachregionen 80% bis 89%. In der ersten Fremdsprache (Deutsch, Französisch oder Englisch) erreichen rund 90% der Schülerinnen und Schüler am Ende der Primarstufe die Grundkompetenzen im Hörverstehen. Beim Leseverstehen in der ersten Fremdsprache liegt der Anteil bei 65% (Französisch), 72% (Deutsch) und 86% (Englisch). Diese Ergebnisse stehen für die Situation am Ausgangspunkt der Harmonisierung. Von daher bewertet die EDK den Harmonisierungsgrad zwischen den Kantonen und den Anteil der Schülerinnen und Schüler, welcher die Grundkompetenzen erreicht, für die Mehrheit der Fachbereiche als recht hoch.

Ergebnisse Mathematik: In der Mathematik sind dagegen zu Beginn des Harmonisierungsprozesses die Unterschiede zwischen den Kantonen beträchtlich (43% bis 83%). Es erreichen weniger Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen. Der schweizerische Durchschnitt liegt bei 62%.

Die Unterschiede in den Ergebnissen zwischen Mathematik und Sprachen können teilweise vor dem Hintergrund der bisherigen resp. der teilweise noch gültigen kantonalen Lehrpläne der obligatorischen Schule betrachtet werden, die im Bereich Sprachen harmonisierter sind als im Bereich Mathematik. Es ist davon auszugehen, dass die zunehmende Anwendung von gemeinsamen Lehrplänen oder weiterentwickelten Lehrmitteln zu einer weiterführenden Harmonisierung der Bildungsziele beitragen wird.

Noch nicht abschliessend geklärt ist die Frage des Anspruchsniveaus in der Mathematik. Eine Einschätzung von Fachpersonen hat ergeben, dass ein Teil der Grundkompetenzen Mathematik beziehungsweise der daraus abgeleiteten Aufgaben recht anspruchsvoll zu sein scheint. Eine Kommission der EDK ist beauftragt, dieser Fragestellung weiter nachzugehen.

Im wissenschaftlichen Bericht wird aufgezeigt, dass individuelle Merkmale der Schülerinnen und Schüler (Geschlecht, soziale Herkunft, Migrationsstatus und zu Hause gesprochene Sprache) einen Effekt auf die Ergebnisse haben können. Diese Merkmale wirken aber nicht überall gleich. Ob auf Ebene eines Kantons zwischen Schülergruppen bestimmter Merkmale (z.B. Schülerinnen mit und ohne Migrationshintergrund) statistisch gesehen signifikante Unterschiede bestehen oder ob es keine statistisch signifikanten Unterschiede gibt, kann je nach Kanton und Fach unterschiedlich sein.

Weitere Nutzung der Daten: Mit den Erhebungen 2016 und 2017 stehen erstmals detaillierte Informationen über Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der obligatorischen Schule aus allen Kantonen bereit. Diese Daten werden ins nationale Bildungsmonitoring einfliessen und in diesem Rahmen weiter ausgewertet. Die Kantone werden zudem die Ergebnisse im Rahmen der kantonalen Qualitätsentwicklungsprozesse nutzen können. Sowohl das Bildungsmonitoring als auch die kantonale Qualitätsentwicklung sind als langfristige Prozesse zu verstehen.

Die EDK wird die Ergebnisse der Erhebungen 2016 und 2017 in ihre zweite Bilanz zur Harmonisierung der obligatorischen Schule aufnehmen, die im Sommer 2019 vorliegen wird.

Die nächsten Überprüfungen der Grundkompetenzen in ausgewählten Fachbereichen werden 2020 (Sprachen) und 2022 (Fachbereich noch nicht bestimmt) stattfinden.

Herausgeber:
Mediendienst Generalsekretariat EDK

 

Rückfragen zu den Ergebnissen

  • Deutsch: Dr. Andrea Erzinger, Interfaculty Centre for Educational Research der Universität Bern, +41 31 631 37 26,

  • Französisch: Christian Nidegger, Service de la recherche en éducation (SRED), +41 22 546 71 19,

Weitere Informationen.

Kontakt
Mediendienst Generalsekretariat EDK 
+41 31 309 51 11

 

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