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Medienmitteilung vom 10.7.2017

Universitätsvereinbarung geht in Vernehmlassung
Neues System für die Berechnung der kantonalen Tarife

Bern, 10. Juli 2017. Die Interkantonale Universitätsvereinbarung (IUV) wird einer Revision unterzogen. Im Zentrum der Revision steht ein neues System für die Berechnung der Tarife, die ein Kanton für seine Studierenden an ausserkantonalen Universitäten bezahlt.

Der Vorstand der EDK hat an seiner Sitzung vom 11. Mai 2017 beschlossen, den Entwurf für eine totalrevidierte Interkantonale Universitätsvereinbarung (IUV) ab Sommer 2017 in eine Vernehmlassung zu geben. Diese richtet sich an die Kantonsregierungen und weitere Adressaten und dauert bis am 31. Januar 2018.

Die IUV: Die IUV ist eine Finanzierungsvereinbarung der EDK. Sie ermöglicht den Studierenden aller Kantone den gleichberechtigten Zugang zu den universitären Hochschulen in der Schweiz. Jeder Kanton zahlt für seine Studierenden an einer ausserkantonalen Universität pro Jahr einen bestimmten Beitrag (IUV-Tarif) an den Universitätskanton. Diese beiden Grundfunktionen (Freizügigkeit für die Studierenden und Lastenausgleich zwischen den Kantonen) bleiben auch mit der neuen Vereinbarung gewährleistet.

Wichtigste Neuerungen: Mit der Revision wird das System für die Berechnung der IUV-Tarife verändert. Die Tarife sollen künftig auf Basis der effektiven Kosten berechnet und die heute geltenden Rabatte für Wanderungsverluste (siehe nächster Abschnitt) abgeschafft werden. Mit diesen Veränderungen kann eine Angleichung an die anderen Finanzierungsvereinbarungen der EDK erreicht werden, die alle jüngeren Datums sind. Die Ausrichtung an den effektiven Kosten erlaubt gleichzeitig eine Angleichung an das am 1. Januar 2015 in Kraft getretene Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG) des Bundes.

Wanderungsrabatte: Heute erhalten sechs Kantone Rabatte auf die IUV-Tarife, weil viele ihrer Studierenden nach dem Studium nicht mehr in ihren Herkunftskanton zurückkehren. Für die Kantone Jura, Uri und Wallis beträgt der Rabatt 10 Prozent, für die Kantone Glarus, Graubünden und Tessin beträgt er 5 Prozent. Dieses System ist aus verschiedenen Gründen überholt und soll abgeschafft werden. So zeigen etwa aktuelle Statistiken, dass heute ausser den Universitätskantonen Zürich, Basel, Bern, Waadt, Genf und Freiburg alle Kantone Wanderungsverluste zu verzeichnen haben.

Finanzielle Auswirkungen: Im Gegensatz zur heutigen IUV werden die Tarife nicht mehr in der Vereinbarung festgeschrieben, sondern nur noch das System für deren Berechnung. Die neuen Tarife wird man deshalb bei Inkrafttreten der neuen Vereinbarung berechnen. Basierend auf Beispielrechnungen mit den Zahlen 2014/2015 (effektive Kosten für die Ausbildung und Studierendenzahlen) kann jedoch gesagt werden, dass der Wechsel auf die neue IUV insgesamt zu massvollen Kostenveränderungen führen würde. Gemäss diesen Berechnungen würde der Lastenausgleich zwischen den Kantonen nach dem neuen System 579 Millionen statt 563 Millionen betragen (+16 Millionen). Das ist ein Anstieg von 2.9 Prozent. Für die einzelnen Kantone können die finanziellen Auswirkungen unterschiedlich sein (steigen, sinken, gleich bleiben).

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