EDK CDIP CDPE CDEP
EDK CDIP CDPE CDEP

Medienmitteilung vom 6.4.2016

Gymnasiale Maturität: Allgemeine Studierfähigkeit genauer bestimmt

Bern, 6. April 2016. Die EDK ergänzt den Rahmenlehrplan (RLP) für Maturitätsschulen mit einer Beschreibung des Könnens und Wissens in der Erstsprache und Mathematik, das für viele Uni-Studien vorausgesetzt wird. Neben der Erweiterung des RLP empfiehlt die EDK den Kantonen die Unterstützung des gemeinsamen Prüfens an den Gymnasien und eine gute Positionierung der Studien- und Laufbahnberatung.

Die EDK plant, zusammen mit dem Bund eine neue gesamtschweizerische Evaluation der gymnasialen Maturität durchzuführen. Die Vorgabe einer nationalen Maturitätsquote erachtet die EDK dagegen als nicht sinnvoll.

Hintergrund: An ihrer Plenarversammlung vom 17. März 2016 hat die EDK verschiedene Beschlüsse zur gymnasialen Maturität gefasst. Ein Teil davon geht zurück auf eine 2008 zusammen mit dem Bund durchgeführte Evaluation der gymnasialen Maturität (EVAMAR II). Diese hatte – neben einer grundsätzlich positiven Bewertung – auch auf Schwächen hingewiesen. So ist ein Teil der Schweizer Maturandinnen und Maturanden wohl zum allgemeinen Hochschulzugang berechtigt, verfügt aber in wichtigen Bereichen von Mathematik und Erstsprache nur über ungenügendes Wissen und Können.

In ihren Erklärungen von 2011 und 2015 zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz haben Bund und Kantone als eines der Ziele formuliert: "Der prüfungsfreie Zugang zur Universität mit gymnasialer Maturität ist langfristig sichergestellt." Die EDK hat in der Folge mehrere Projekte lanciert, die vom WBF (Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung) mitgetragen wurden, und schliesst diese nun ab.

Basale fachliche Kompetenzen für allgemeine Studierfähigkeit: Die gymnasiale Maturität bescheinigt die allgemeine Studierfähigkeit und damit im Prinzip den Zugang zu allen Studienfächern. Bislang war diese Studierfähigkeit nur sehr allgemein beschrieben. Ein wichtiger Ausschnitt daraus wurde nun präzisiert: In einem wissenschaftlichen Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Franz Eberle vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich wurde untersucht, mit welchen Anforderungen in Erstsprache und Mathematik Studierende verschiedener Studienfächer im ersten Studienjahr an einer universitären Hochschule faktisch konfrontiert sind. Daraus wurden basale fachliche Kompetenzen abgeleitet, also dasjenige Wissen und Können in der Erstsprache und Mathematik, das nicht nur von einzelnen, sondern von vielen Studiengängen vorausgesetzt wird. Der Erwerb dieser Kompetenzen ist für die erfolgreiche Aufnahme vieler Studiengänge notwendig. Das Projekt wurde von der EDK und dem WBF getragen.

Diese basalen fachlichen Kompetenzen sind auf einigen wenigen Seiten beschrieben. Die EDK hat diese am 17. März 2016 als Anhang des bestehenden Rahmenlehrplans der EDK für die Maturitätsschulen verabschiedet. Ein Rahmenlehrplan gilt als Grundlage für kantonale Lehrpläne. Den Kantonen wird empfohlen, die notwendigen Rahmenvorgaben zu erlassen, um sicherzustellen, dass die Kompetenzen während des Gymnasiums durch alle Schülerinnen und Schüler erworben werden.

Gemeinsames Prüfen und intensivierte Zusammenarbeit mit den Hochschulen: Zudem sollen Massnahmen, die es bereits in verschiedenen Kantonen gibt, weiter gefördert werden. Die EDK richtet die Empfehlung an die Kantone, die Maturitätsprüfungen in ihrem Kanton zu harmonisieren und ihre Schulen beim gemeinsamen Prüfen zu unterstützen. Das heisst nicht, dass es "einheitliche" Prüfungen gibt, aber die Prüfungen sind von den Inhalten, dem Niveau und von der Art der Bewertung her abgestimmt und damit vergleichbarer.

Die EDK lädt die Hochschulen zur Mitwirkung ein, z. B. beim Einrichten von Expertenpools (zur Beurteilung von Maturitätsprüfungen), beim Ermöglichen von Kontakten zwischen Lehrpersonen und Dozierenden oder bei der Studienwahlberatung an den Gymnasien. Zusammen mit der Verstärkung der Studien- und Laufbahnberatung an den Gymnasien durch die Kantone sollen die Massnahmen dazu beitragen, die Zahl der Studienabbrüche und Studienfachwechsel an den Universitäten zu reduzieren.

Keine nationale Quote: Die EDK verzichtet auf das Festlegen einer nationalen Maturitätsquote, denn eine solche Vorgabe stellt aus ihrer Sicht kein sinnvolles bildungspolitisches Steuerungsinstrument dar. Die Anforderungen an die Maturität sind über die Qualität zu steuern, nicht über die Quantität. Hingegen wird die EDK zusammen mit dem Bund eine neue gesamtschweizerische Evaluation der gymnasialen Maturität durchführen (Leistungsmessungen am Ende der gymnasialen Ausbildung). Der Zeitpunkt dafür ist noch nicht festgelegt. Ebenfalls geplant ist eine Überprüfung der im Maturitätsanerkennungsreglement (MAR) / in der Maturitätsverordnung (MAV) definierten Promotionskriterien.

Herausgeber:
Pressedienst Generalsekretariat EDK
+41 (0)31 309 51 11

 

Mehr Informationen

Documenti in italiano

Kontakt

Pressedienst
Generalsekretariat EDK
+41 (0)31 309 51 11