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Medienmitteilung vom 22.9.2015

Medizin-Ausbildung: Kantone verlangen Koordination

Bern, 22. September 2015. Der Vorstand der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) erwartet vom Bund ein koordiniertes Vorgehen beim weiteren Ausbau der Studienplätze in Medizin. Diese Pflicht zur Koordination in besonders kostenintensiven Bereichen sieht das neue Hochschulförderungs- und koordinationsgesetz (HFKG) vor.

Der Bund will die Erhöhung der Zahl der Studienplätze in der Humanmedizin für die Dauer der BFI-Periode 2017–2020 mit 100 Millionen Franken unterstützen. In einem Schreiben an den Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) äussert sich der Vorstand der EDK zu diesem Vorhaben:

Der Vorstand der EDK begrüsst es ausdrücklich, dass der Bund zusätzliche Mittel für den Ausbau der Studienplätze in Humanmedizin in Aussicht stellt. Nachdem verschiedene Kantone mit einer eigenen medizinischen Fakultät in den vergangenen Jahren ihre Studienplätze für Medizin bereits deutlich erhöht haben, ist das ein wichtiges Signal seitens des Bundes. Zudem gibt es weitere Kantone, die neu ebenfalls Teile des Medizinstudiums anbieten wollen, genauso wie die ETH, die ihren Entscheid bereits kommuniziert hat.

Damit die zusätzlichen Bundesmittel eine nachhaltige Wirkung entfalten können, braucht es ein koordiniertes Vorgehen von Bund und Kantonen. Das am 1. Januar 2015 in Kraft getretene Hochschulförderungs- und koordinationsgesetz (HFKG) verlangt ein solches für besonders kostenintensive Bereiche. In Erstanwendung des HFKG ist diese Koordination als gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen im Hochschulrat zu leisten. Dieses Gremium trägt die Verantwortung für eine sinnvolle Aufgabenteilung in diesen Bereichen.

Mit einer Projektausschreibung, so wie der Bund sie zur Zeit vorsieht, kann dies dagegen nicht erreicht werden. Ziele und entsprechend auch der Mitteleinsatz sind aus Sicht des EDK-Vorstandes noch ungenügend geklärt. Der EDK-Vorstand ist offen für neue Ausbildungsmodelle und Ausbildungsstandorte, eine solche Weiterentwicklung muss aber sorgfältig und koordiniert erfolgen, denn der Ausbau muss langfristig, also auch nach Abschluss der BFI-Periode 2017–2020, finanzierbar bleiben. Zudem besteht die Erwartung, dass für das Sonderprogramm zusätzliche Mittel bereit gestellt werden, denn dessen Finanzierung darf nicht zulasten der Beiträge für die übrigen Hochschuldisziplinen, die Fachhochschulen und die Berufsbildung gehen. 

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