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Medienmitteilung vom 12.8.2015

Höhere Fachschulen:
Verbesserte Freizügigkeit für Studierende ab dem neuen Studienjahr

Bern, 12.8.2015. Die Kantone haben für die Finanzierung der Höheren Fachschulen eine neue Finanzierungsvereinbarung geschaffen. Mit Ablauf einer entsprechenden Referendumsfrist im Kanton Neuenburg per Mitte Juli 2015 sind nun alle 26 Kantone dieser Vereinbarung beigetreten. Ab dem Schuljahr 2015/2016 können die Studierenden an Höheren Fachschulen von einer verbesserten Freizügigkeit profitieren.

Bisher herrschte im Bereich der Höheren Fachschulen (HF) keine volle Freizügigkeit zwischen den Kantonen. Die Kantone konnten wählen, für welche Bildungsgänge von ausserkantonalen Höheren Fachschulen sie Beitragszahlungen leisten wollten, denn die bisherige Interkantonale Fachschulvereinbarung (FSV) von 1998 funktionierte nach einem "A-la-carte-Prinzip". Beteiligte sich ein Kanton nicht an den Kosten eines ausserkantonalen Bildungsgangs, konnte das im Einzelfall bedeuten, dass eine Studierende oder ein Studierender höhere Studiengebühren übernehmen musste. Das ist mit der Interkantonalen Vereinbarung über Beiträge an die Bildungsgänge der höheren Fachschulen (HFSV) nicht mehr der Fall. Ab dem Studienjahr 2015/2016 können HF-Studierende zu den gleichen Bedingungen wie die Studierenden des Standortkantons alle Studiengänge besuchen, die Teil der Vereinbarung sind. Teil der Vereinbarung sind alle von den Standortkantonen gemeldeten Bildungsgänge. Diese müssen über eine bundesrechtliche Anerkennung verfügen und es besteht eine Leistungsvereinbarung zwischen dem Standortkanton und dem Bildungsanbieter.

Mit der HFSV funktioniert der interkantonale Lastenausgleich im Bereich der Höheren Fachschulen erstmals nach dem gleichen Prinzip wie der Lastenausgleich im Bereich der Fachhochschulen und universitären Hochschulen (volle Freizügigkeit).

Bis Ende 2018 können die Kantone den ausserkantonalen Schulbesuch noch von einer Bewilligung abhängig machen. Das ist nur dann möglich, wenn der Kanton selber eine Schule führt, die den betreffenden Bildungsgang anbietet, oder wenn er sich an einer solchen beteiligt. Nur wenige Kantone nutzen diese Möglichkeit und das nur für einige wenige Bildungsgänge.

Hintergrund:
In der Schweiz studierten im Studienjahr 2013/2014 rund 27'500 junge Erwachsene an einer Höheren Fachschule (HF). Die Höheren Fachschulen führen Berufsleute mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einer gleichwertigen Qualifikation zu einem eidgenössisch anerkannten Abschluss auf der Tertiärstufe. Dieser qualifiziert für anspruchsvolle berufliche Tätigkeiten und Führungsfunktionen in acht Bereichen: Technik / Hotellerie - Restauration und Tourismus / Wirtschaft / Land- und Waldwirtschaft / Gesundheit / Soziales und Erwachsenenbildung / Künste / Gestaltung und Design / Verkehr und Transport. 2014 erwarben rund 8'000 Personen ein eidgenössisch anerkanntes Diplom an einer Höheren Fachschule. Mehr als drei Viertel der Abschlüsse verzeichneten die Bereiche Gesundheit, Technik und Wirtschaft. 

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