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Medienmitteilung 9.7.2014

Italienisch am Gymnasium stärken: Anhörung eröffnet

Bern, 9. Juli 2014. Die Kantone wollen den Italienischunterricht an den Schweizer Gymnasien stärken. Die EDK eröffnet die Anhörung zu Empfehlungen zur Förderung des Italienischen als dritte Landessprache an Schweizer Gymnasien.

Mit der Vermittlung von kulturellen und sprachlichen Kompetenzen in den Landessprachen leistet die Schule einen Beitrag zum nationalen Zusammenhalt und zur Förderung des schweizerischen Selbstverständnisses. In der Deutsch- und Westschweiz gehört dazu auch der Unterricht in Italienisch als dritter Landessprache.

Gemäss den Empfehlungen setzen sich die Kantone dafür ein, dass jede Gymnasiastin und jeder Gymnasiast die Möglichkeit hat, Italienisch als Maturitätsfach (Grundlagenfach, Schwerpunktfach) zu belegen. Aus organisatorischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen ist es nicht jeder Schule möglich, dieses Angebot selber zu gewährleisten. In diesen Fällen wird den Kantonen empfohlen, das Angebot in Zusammenarbeit mit anderen Schulen (des gleichen Kantons oder über die Kantonsgrenzen hinweg) zu gewährleisten. Der Unterricht soll in zumutbarer Nähe zum Wohnort stattfinden und für die Schülerinnen und Schüler keine Mehrkosten verursachen. Bereits heute bietet die Mehrheit der Gymnasien Italienisch an. Dieses Angebot soll gesichert und gestärkt werden, namentlich auch durch die Zusammenarbeit mit anderen Schulen.

Damit bieten die Empfehlungen eine Interpretationshilfe zum bestehenden Maturitätsanerkennungsreglement. Dieses haben Bund und Kantone 1995 erlassen (Reglement der EDK, Verordnung des Bundesrates).

Zur Attraktivität des Italienischunterrichts sollen folgende Massnahmen beitragen: Den Kantonen wird empfohlen, Italienisch als Immersionssprache einzusetzen (im Fachunterricht oder in zweisprachigen Lehrgängen) und die Durchführung von Sprachaustauschprogrammen sowie von Sprachaufenthalten und Praktika zu verstärken. Weiter werden die Kantone eingeladen, die Unterstützungsmöglichkeiten des Bundes zur Förderung von innovativen schulischen Projekten zum Sprachenlernen zu nutzen. Diese basieren auf dem Sprachengesetz des Bundes zur Förderung der Landessprachen von 2007.

Damit die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Italienisch wählen, ist es wichtig, dass auch auf Sekundarstufe I Italienischunterricht angeboten wird. Diese Thematik ist jedoch nicht Teil der Empfehlungen, da sie bereits im HarmoS-Konkordat enthalten ist. Gemäss HarmoS-Konkordat haben die Kantone während der obligatorischen Schule ein bedarfsgerechtes Angebot an fakultativem Unterricht in einer dritten Landessprache (das betrifft in der Regel das Italienische) zu gewährleisten.

Der Vorstand der EDK hat an seiner Sitzung vom 8. Mai 2014 die Vernehmlassung zu den Empfehlungen eröffnet, das Vorhaben wurde der Plenarversammlung am 12. Juni 2014 zur Kenntnis gebracht. Die Anhörung richtet sich an die kantonalen Erziehungsdepartemente, an den Verein Schweizerischer Gymnasiallehrerinnen und -lehrer (VSG) sowie an die Konferenz Schweizerischer Gymnasialrektorinnen und -rektoren (KSGR). Sie dauert bis am 26. September 2014.

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