EDK CDIP CDPE CDEP
EDK CDIP CDPE CDEP

Themen aktuell

Dieser Text erscheint ausschliesslich in der Sprache des Artikels, auf den Bezug genommen wird. 

BFS-Statistiken zeigen: gute Einstiegslöhne von Lehrpersonen und hohe Verweildauer im Beruf


An seiner Medienkonferenz vom 26. Juni 2014 spricht der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) von einer Unterbezahlung der Lehrpersonen und entsprechend hohen Austrittsraten. Die Darstellungen des LCH stehen in verschiedener Hinsicht in Widerspruch zu Daten des Bundesamtes für Statistik. Gemäss BFS sind die Einstiegslöhne im Lehrerberuf konkurrenzfähig und die Verweildauer im Beruf ist hoch. Nachfolgend soll ein Blick auf die BFS-Statistiken geworfen werden.

Hintergrund: Eine vom LCH in Auftrag gegebene Salärstudie im Kanton Aargau kommt zum Ergebnis, dass die Löhne der Lehrpersonen bis zu 39% tiefer liegen als in Berufen mit vergleichbaren Anforderungen in anderen Branchen. Der LCH spricht in seiner Medienmitteilung vom 26. Juni 2014 von einer Unterbezahlung und konstatiert, die Löhne der Lehrpersonen seien nicht konkurrenzfähig.

Lohnvergleich des BFS: Am 23. Juni 2014 hat das Bundesamt für Statistik in einer Medienmitteilung folgende Informationen publiziert, die sich auf Hochschulabsolventinnen und -absolventen aus der ganzen Schweiz beziehen: Abgängerinnen und Abgänger von Pädagogischen Hochschulen (PH) erzielen mit einem durchschnittlichen Einstiegslohn von 87'700 Franken ein um etwa 9'000 Franken höheres Bruttojahreseinkommen für eine Vollzeitstelle als UH-Master (Master Universitäre Hochschule) und FH-Bachelor (Bachelor einer Fachhochschule). Auch fünf Jahre nach Abschluss liegen die durchschnittlichen Löhne der PH-Absolventinnen und PH-Absolventen höher als diejenigen der FH-Bachelor. Lediglich die Löhne der UH-Master übersteigen nach fünf Jahren im Durchschnitt diejenigen der PH-Absolventinnen und PH-Absolventen, wobei dies vor allem auf die UH-Master in den Bereichen Medizin, Pharmazie, Wirtschaftswissenschaften und Recht zurückzuführen ist. Die Saläre anderer UH-Master, beispielsweise aus den technischen Wissenschaften oder den Geistes- und Sozialwissenschaften, liegen hingegen auch fünf Jahre nach Abschluss noch leicht unter denjenigen der PH-Absolventinnen und PH-Absolventen.

Tiefe Erwerbslosigkeit: Der Berufseinstieg der Hochschulabsolventinnen und -absolventen des Jahres 2012 gestaltete sich gemäss BFS zudem am leichtesten für PH-Diplomierte, von denen ein Jahr nach dem Abschluss nur 0,7 Prozent erwerbslos sind (gegenüber UH-Master: 3,9%, FH-Bachelor: 3,6%).

Hoher Verbleib der Lehrpersonen im Beruf: Der LCH verweist in seiner Medienmitteilung auf eine hohe Austrittsrate im Lehrberuf. Das steht in Widerspruch zu BFS-Daten. Gemäss der Hochschulabsolventenbefragung des BFS (siehe auch Bildungsbericht Schweiz 2014 S. 244) ist die Austrittsquote der PH-Diplomierten tief und beträgt etwa 20% innerhalb von vier Jahren. Die PH-Diplomierten zeigen demnach einen hohen Verbleib im Lehrberuf.

Der LCH bezieht sich für seine Angaben auf einen Bericht des BFS zur Mobilität von Lehrpersonen. Das BFS hält zu dieser Statistik fest, dass diese nicht für Aussagen zum Verbleib im Lehrberuf verwendet werden darf, siehe dazu die Erklärungen des BFS.

Berufliche Erwartungen von PH-Absolventinnen und PH-Absolventen: Ein Vergleich zwischen verschiedenen Branchen (z.B. Lehrpersonen versus Finanzdienstleister) kann sich sicherlich nicht einfach auf den Lohn beschränken. Von Interesse können auch die Gründe sein, warum jemand einen bestimmten Beruf wählt und ob sich seine Erwartungen erfüllt haben.

Im Mai 2014 hat das BFS einen Bericht zu den beruflichen Erwartungen Hochschulabsolventinnen und -absolventen publiziert. Der Bericht zeigt, dass PH-Absolventinnen und PH-Absolventen weniger häufig karrierebezogene Erwartungen (Einkommen, Aufstiegsmöglichkeiten, Ansehen) an ihren Beruf haben respektive diese Aspekte für die Stellensuche wenig relevant sind. Dafür ist für sie beispielsweise das Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben wichtig (Arbeit in der Umgebung finden, Teilzeit arbeiten können). Die PH-Absolventinnen und PH-Absolventen und die Absolventinnen und Absolventen der Bereiche Medizin und Pharmazie sehen ihre Erwartungen an den Beruf am besten erfüllt. Die PH-Absolventinnen und PH-Absolventen sind mit folgenden Aspekten überdurchschnittlich zufrieden: Arbeitsklima, fachliche Weiterbildung, fachliche Adäquanz der Arbeit, Arbeitsplatzsicherheit, Vereinbarkeit von Berufs- und Privat-/Familienleben, Einkommen. Unterdurchschnittlich zufrieden sind sie mit den Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf. Letzteres spielt allerdings für die Mehrheit der PH-Absolventinnen und PH-Absolventen (80 %) keine wichtige Rolle bei der Stellensuche.

Generalsekretariat EDK, 26. Juni 2014