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Medienmitteilung vom 25.6.2014

Mit einer Berufsmaturität gut auf ein Fachhochschulstudium vorbereitet

Bern, 25. Juni 2014. 87 Prozent der jungen Erwachsenen mit einer Berufsmaturität, die ein Studium an einer Fachhochschule aufnehmen, meistern das erste Studienjahr erfolgreich. Die grosse Mehrheit dieser Studierenden schätzt sich selbst als gut vorbereitet auf ein Fachhochschulstudium ein.

Das zeigen die Ergebnisse einer Evaluation zur Studierfähigkeit von Inhaberinnen und Inhabern einer Berufsmaturität. Die Evaluation stellt der Berufsmaturität insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Die Berufsmaturität ist der wichtigste Zulassungsausweis zu den Fachhochschulen und hat sich in den letzten zehn Jahren auch als solcher behauptet und weiter etabliert. Über die Hälfte der Studienanfängerinnen und Studienanfänger an den Fachhochschulen hat eine Berufsmaturität (2012: 53 %), über die letzten zehn Jahre entspricht das einer Zunahme von 6 %. Ein Fünftel der Studierenden hat eine gymnasiale Maturität. Dieser Anteil ist in den letzten zehn Jahren weitgehend stabil geblieben. 9% der Studierenden verfügt über eine Fachmaturität.

Gute Erfolgsquoten: Die jungen Erwachsenen mit einer Berufsmaturität haben gute Erfolgsquoten an den Fachhochschulen. 87 % absolvieren das erste Studienjahr erfolgreich. Am höchsten ist ihre Erfolgsquote im Fachbereich Soziale Arbeit (97%), am tiefsten in den Fachbereichen Life Sciences und Wirtschaft mit je 83 % (Studierende mit Berufsmaturität, die im Herbst 2012 gestartet sind). Das entspricht den durchschnittlichen Erfolgsquoten an den Fachhochschulen (alle FH-Studierende): insgesamt sind 88 % der Studierenden im ersten Jahr erfolgreich. 97 % sind es im Fachbereich soziale Arbeit, 82 % im Fachbereich Life Sciences und 84% im Fachbereich Wirtschaft. Die Erfolgsquoten der Studierenden mit einer Berufsmaturität sind durchwegs vergleichbar mit den Erfolgsquoten von Inhaberinnen und Inhabern einer gymnasialen Maturität oder einer Fachmaturität. Im Durchschnitt sind letztere etwas erfolgreicher (Gymnasiale Maturität: 92%, Fachmaturität: 95%), die Studierenden mit diesen Zulassungsausweisen studieren aber überproportional häufig in Fachbereichen mit eher hohen Erfolgsquoten (Gesundheit und Soziale Arbeit).

Gute Vorbereitung auf das Studium: Im Rückblick auf das erste Studienjahr schätzen mehr als 80 % der Studierenden mit einer Berufsmaturität ihre fachliche Vorbereitung auf das Fachhochschulstudium als gut ein. Das ist eine  Beurteilung, die von Studiengangsleitenden an den Fachhochschulen grundsätzlich geteilt wird. Etwas kritischer fallen die Beurteilungen aus, wenn es darum geht, die fachlichen Kompetenzen in einzelnen Fächern einzuschätzen. Auch die Studierenden mit einer gymnasialen Maturität (90 %) und die Studierenden mit einer Fachmaturität (86%) stufen ihre fachliche Vorbereitung auf das erste Jahr des Fachhochschulstudiums mehrheitlich als gut ein.

Zufrieden mit den Leistungen der Fachhochschulen: Die Mehrheit der Fachhochschulstudierenden (alle Studierende zusammengenommen) ist mit den Leistungen der Fachhochschulen zufrieden:  84 % sind mit der Lehrqualität in ihrem Studiengang zufrieden, 80% mit dem Aufbau und dem Inhalt des Studiums.

2700 Studierende an Fachhochschulen befragt: Die Ergebnisse der Untersuchung* basieren einerseits auf der Auswertung von statistischen Daten des Bundesamtes für Statistik, andererseits auf den Antworten von 2700 Studierende. Diese haben im Herbst 2013 an einer Befragung teilgenommen (20 % von insgesamt 13'000 Studierenden). Darunter waren 1600 Leute mit einer Berufsmaturität. In der Befragung beurteilten die Studierenden unter anderem ihre Kompetenzen. Kompetenztests wurden dagegen keine gemacht. Ebenfalls befragt wurden 140 Dozierende, die an der Fachhochschule die Verantwortung für einen Studiengang tragen (Studiengangsleitende).

Ausblick: Die Evaluation zur Studierfähigkeit von Absolventinnen und Absolventen einer Berufsmaturität ist von der Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK) in Auftrag gegeben worden. Die SBBK ist eine Fachkonferenz der EDK. Sie besteht aus den kantonalen Amtschefs für Berufsbildung. Die SBBK wird die Ergebnisse der Evaluation in den kommenden Monaten vertieft auswerten.

Entwicklung der Berufsmaturität: Die Berufsmaturität hat sich in den letzten Jahren als Angebot für leistungsstarke Jugendliche auf Sekundarstufe II etabliert. Die Berufsmaturitätsquote ist zwischen 2002 und 2012 von 9,5 % auf 13,7 % gestiegen. Sie ist massgeblich für den Anstieg der Gesamtmaturitätsquote von 28,8 % auf 35,6 % (inklusive 2,2 % Fachmaturitäten) verantwortlich. Die Gesamtmaturitätsquote umfasst die gymnasiale Maturität, die Berufsmaturität und die Fachmaturität. Der Frauenanteil bei den Berufsmaturitäten ist zwischen 2002 und 2012 von 37 % auf 47 % gestiegen. 55 % der Berufsmaturitäten werden während der Lehre erworben, 45% im Anschluss an die Lehre. Fast 60 % der Inhaberinnen und Inhaber einer Berufsmaturität beginnen heute ein Studium an einer Fachhochschule, bei den Männern sind es 70 %, bei den Frauen 45%. Ähnlich wie bei den gymnasialen Maturitätsquoten bestehen zwischen den Kantonen relativ grosse Unterschiede in der Berufsmaturitätsquote (zwischen 7% und 19%). Verschiedene Kantone mit einer eher hohen Quote an gymnasialen Maturitäten haben eine eher tiefe Berufsmaturitätsquote und umgekehrt, was zu einem gewissen Ausgleich bei der Gesamtmaturitätsquote führt. 
* In der Untersuchung wurden nur diejenigen acht FH-Bereiche berücksichtigt, für die es auch verwandte berufliche Grundbildungen und somit zuführende Berufsmaturitäten gibt: Architektur, Bau- und Planungswesen, Technik und IT, Chemie und Life Sciences, Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft und Dienstleistungen, Design, Soziale Arbeit sowie Gesundheit. In diesen Bereichen studierten in der entsprechenden Kohorte 93 % aller Fachhochschulstudierenden. 

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