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Medienmitteilung vom 4.4.2014

Höhere Fachschulen: Verbesserte Freizügigkeit ab 2015/2016

Bern, 4. April 2014. Ab dem Studienjahr 2015/2016 werden die Kantone die interkantonale Finanzierung der Höheren Fachschulen auf Basis einer neuen Vereinbarung regeln. Für die Studierenden bringt die neue Vereinbarung eine verbesserte Freizügigkeit. Damit erfährt der schulische Bereich der höheren Berufsbildung (Höhere Fachschulen) eine entscheidende Stärkung. Was die Vorbereitungskurse auf die eidgenössischen Prüfungen betrifft, laufen beim Bund Arbeiten im Hinblick auf eine veränderte Finanzierung.

15 Beitrittskantone: Die Interkantonale Vereinbarung über Beiträge an Bildungsgänge der Höheren Fachschulen (HFSV) ist am 1. Januar 2014 in Kraft getreten. Das hierfür notwendige Quorum von 10 Kantonen war im Sommer 2013 erreicht worden. Bisher sind 15 Kantone der HFSV beigetreten (in der der Reihenfolge ihres Beitritts: UR, OW, SO, NW, TI, TG, SZ, ZG, SG, GE, GL, GR, ZH, LU, SH). Das Fürstentum Liechtenstein beteiligt sich ebenfalls an der Vereinbarung.

Tarife festgelegt: Die Konferenz der Vereinbarungskantone (Kantone, die der Vereinbarung beigetreten sind) hat am 27. März 2014 an ihrer konstituierenden Sitzung Tarife festgelegt, die für die Studienjahre 2015/2016 und 2016/2017 für den Lastenausgleich zwischen den Kantonen gelten werden. Die Tarife wurden auf der Basis von Kostenerhebungen in den Kantonen ermittelt. Für gleiche Studiengänge gelten gesamtschweizerisch erstmals die gleichen Beiträge.

Verbesserte Freizügigkeit für die Studierenden: Für die Studierenden bringt die HFSV eine verbesserte Freizügigkeit. Ist ihr Wohnkanton der Vereinbarung beigetreten, stehen ihnen alle Studiengänge der anderen Vereinbarungskantone offen und sie können dort zu den gleichen Bedingungen studieren, wie die Studierenden des Standortskantons der HF. Damit wird der Lastenausgleich für die Höheren Fachschulen erstmals nach den gleichen Prinzipien funktionieren wie bei den Fachhochschulen und den universitären Hochschulen.

Die alte Finanzierungsvereinbarung – die Interkantonale Fachschulvereinbarung FSV, die weiterhin für Nicht-Beitrittskantone gelten wird – funktionierte noch nach einem "À-la-carte-Prinzip". Die Kantone konnten wählen, für welche Bildungsgänge von ausserkantonalen Höheren Fachschulen sie Beitragszahlungen leisten wollten. Beteiligte sich ein Kanton nicht an den Kosten für einen ausserkantonalen Bildungsgang, konnte das im Einzelfall bedeuten, dass eine Studierende oder ein Studierender höhere Studiengebühren übernehmen musste. Das ist mit der HFSV nicht mehr der Fall.

Berufs- und Fachprüfungen: Die Vorbereitungskurse auf die Berufsprüfungen und die höheren Fachprüfungen sind nicht Teil der HFSV. Für diese Kurse werden weiterhin die Regelungen der bisherigen Vereinbarung (FSV) gelten (À-la-carte-Unterstützung). Der Bund hat angekündigt, im Rahmen der nächsten Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2017–2020 (BFI-Botschaft) dem Parlament auch Massnahmen für eine verbesserte Finanzierung der Vorbereitungskurse auf die eidgenössischen Berufs- und Fachprüfungen vorzuschlagen. Was die Prüfungen selber betrifft, wurden bereits Veränderungen vorgenommen: Der Bund hat auf 2013 die Bundesbeiträge an die Durchführung der eidgenössischen Prüfungen von 25 Prozent auf 60 bis 80 Prozent erhöht.

Hintergrund

In der Schweiz gibt es rund 200 Höhere Fachschulen. Sie führen Berufsleute mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einer gleichwertigen Qualifikation zu einem eidgenössisch anerkannten Abschluss auf der Tertiärstufe. Dieser qualifiziert für anspruchsvolle berufliche Tätigkeiten und Führungsfunktionen in acht Bereichen: Technik / Gastgewerbe, Tourismus und Hauswirtschaft / Wirtschaft / Land- und Waldwirtschaft / Gesundheit / Soziales und Erwachsenenbildung / Künste, Gestaltung und Design / Transport und Verkehr.

Im Studienjahr 2011/2012 besuchten 23'626 Personen einen Bildungsgang an einer Höheren Fachschule. In den Jahren 2011 und 2012 erwarben rund 7000 Personen ein eidgenössisch anerkanntes Diplom an einer Höheren Fachschule. Mehr als drei Viertel der Abschlüsse verzeichneten die Bereiche Wirtschaft, Gesundheit und Technik.

Bildungsgänge, die zu einem HF-Diplom führen, werden sowohl von kantonalen Bildungsinstitutionen (öffentliche Hand) als auch von Privatschulen angeboten.  Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ist die zuständige Behörde für die Anerkennung dieser Bildungsgänge. 

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