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Bei Schweizer Volksschülern die Schulleistungen in "Financial Literacy" testen lassen?

Ein Mitarbeiter von économiesuisse hat gegenüber einer Sonntagszeitung heftig kritisiert, dass die Schweiz sich bei PISA 2012 nicht an der (erstmaligen) Testung von "Financial Literacy" (Finanzwissen) durch die OECD beteiligt habe und auch 2015 nicht daran beteiligen werde. Den entsprechenden Entscheid der im Auftrag von Bund und Kantonen tätigen PISA-Steuergruppe nannte er einen "intransparenten Funktionärsentscheid".

Aus Sicht des Generalsekretariates der EDK ist dazu folgendes festzuhalten:

PISA ist nicht eine Art internationale Umfrage bei 15-jährigen Jugendlichen darüber, was sie so wissen über dies oder jenes – nein: PISA ist eine Messung von Schulleistungen, seit 2000 unter Schweizer Beteiligung alle drei Jahre durchgeführt in den grundlegenden Fächern Erstsprache, Mathematik und Naturwissenschaften. Schulische Leistungen sind das Ergebnis von schulischem Unterricht, dessen Ziele in Lehrplänen umschrieben ist. In den bislang geltenden kantonalen Lehrplänen für die obligatorische Schule in der Schweiz ist "Financial Literacy", von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, nicht enthalten. Es konnte somit nicht in Frage kommen, im Rahmen einer internationalen Schulleistungsmessung unsere Schülerinnen und Schüler testen zu lassen in Belangen, in denen sie gar nicht unterrichtet worden waren. Das wäre willkürlich. Und es würde wohl auch der Glaubwürdigkeit von PISA kaum dienen.

Ob sich das in Zukunft ändern wird, ist zur Zeit noch offen: Der für die französischsprachigen Kantone neu in Kraft getretene Plan d'études romand (PER) enthält wirtschaftliche Aspekte, nicht so sehr spezifisches Finanzwissen. In der deutschen Schweiz läuft zur Zeit noch die Vernehmlassung zum neuen Lehrplan 21, dessen Entwurf für die Sekundarstufe I gewisse Elemente von Finanzwissen beinhaltet; verschiedentlich, auch seitens des Lehrerverbandes, wird der Entwurf jedoch als überladen kritisiert – die Klärung der künftigen Unterrichtsgegenstände ist also gerade im Gang.

Die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Verfügung gestellten Unterrichtsmaterialien richten sich übrigens nicht an die Volksschule, sondern an die Sekundarstufe II.

Als die Frage einer Testung in "Financial Literacy" zum ersten Mal (für PISA 2012) zu entscheiden war, fiel dieser Entscheid unter dem Vorsitz der vormaligen EDK-Präsidentin. Seither (für PISA 2015) haben sich die Verhältnisse nicht geändert. Über die Aktivitäten der OECD betreffend Bildungsstandards für Financial Literacy und die Absicht, sich an deren Testung einstweilen nicht zu beteiligen, wurden die Mitglieder der EDK an einer Plenarversammlung informiert. 

Generalsekretariat EDK, 3. Dezember 2013

 

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