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Medienmitteilung vom 05.07.2012

Quereinstieg in den Lehrerberuf:
die EDK legt gemeinsame Regeln fest


Bern, 5. Juli 2012. Berufserfahrene Personen können sich zur Lehrerin / zum Lehrer mit schweizweit anerkanntem Abschluss ausbilden lassen. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat Regelungen für die Aufnahme von sogenannten Quereinsteigenden in die Ausbildung festgelegt sowie Regelungen für die Anrechnung von Vorleistungen und Kompetenzen. Weiter reglementiert sie eine besondere Studienform für Quereinsteigende, die Ausbildung und teilzeitliche Unterrichtstätigkeit verbindet.

Die Kantone und Ausbildungsinstitutionen entscheiden selber, ob sie Quereinsteigende ausbilden oder nicht. Als Quereinsteigende gelten berufserfahrene Personen, die mindestens 30 Jahre alt sind und über mindestens drei Jahre Berufserfahrung verfügen.
 

Hintergrund: Die EDK ist zuständig für die gesamtschweizerische Anerkennung der Diplome von Lehrpersonen. Das gesamtschweizerische Anerkennungsrecht war bisher ausgerichtet auf die Ausbildung von Personen, die im Anschluss an eine gymnasiale Maturität oder eine Fachmaturität Pädagogik eine Ausbildung zur Lehrperson aufnehmen. Weitere Wege in die Lehrerausbildung waren bereits bisher möglich, zum Beispiel mit einer Berufsmaturität, aber dann war eine Ergänzungsprüfung in Allgemeinbildung erforderlich.

Reglemente revidiert: An ihrer Plenarversammlung vom 21. Juni 2012 hat die EDK ihre Anerkennungsreglemente (Vorschulstufe und Primarstufe sowie Sekundarstufe I) um Bestimmungen zum Quereinstieg in die Lehrerinnen- und Lehrerbildung ergänzt. Die Reglementsänderungen treten auf den 1. August 2012 in Kraft.

Diese Weiterentwicklung des Anerkennungsrechts wurde ausgelöst durch einen gestiegenen Bedarf an Lehrkräften. Die Rekrutierungsproblematik zeigt sich je nach Region, Kanton und Stufe unterschiedlich. Sie ist zurzeit in der Deutschschweiz ausgeprägter als in der Westschweiz. Die Rekrutierung von Quereinsteigenden ist aber nicht nur ein Thema für Zeiten des "Lehrermangels", sondern stellt auf lange Sicht eine interessante Option dar. Mit ihrer Lebens- und Berufserfahrung können diese Berufsleute einen Gewinn für die Schule darstellen.

Folgende Möglichkeiten für Quereinsteigende sind neu im Anerkennungsrecht der EDK vorgesehen; die Kantone und Ausbildungsinstitutionen entscheiden, ob sie diese nutzen:

Zulassung: Die Zulassung von Quereinsteigenden ohne gymnasiale Maturität ist möglich; das bedingt aber, dass die betreffenden Personen die für ein Hochschulstudium erforderliche Studierfähigkeit in einem Dossier nachweisen. Möglich ist in diesen Fällen auch eine Ergänzungsprüfung in Allgemeinbildung.

Ausbildungsdauer und Anrechnung von Vorleistungen: Grundsätzlich ist von der regulären Ausbildungsdauer auszugehen (3 Jahre Vorschulstufe/Primarstufe, 4.5 Jahre Sekundarstufe I). Je nach Vorleistungen und Kompetenzen, die eine berufserfahrene Person mitbringt, kann sich die Ausbildungsdauer verkürzen.

Quereinsteigende mit einer gymnasialen Maturität können sich Vorleistungen und Kompetenzen an die Ausbildung anrechnen lassen, die sie beispielsweise in der Jugendarbeit, in einem Verein, als Sprachlehrperson usw. erworben haben (nicht formal erworbene Kompetenzen). Die Ausbildungsdauer kann sich damit um maximal ein Jahr (Studiengänge Vorschulstufe/Primarstufe) oder um maximal einen Viertel des gesamten Studienumfangs (Sekundarstufe I) verkürzen. Zudem können – wie bereits bisher möglich – formal erworbenen Kompetenzen angerechnet werden, also beispielsweise ein bereits absolviertes Studium/Teilstudium oder Sprachkurse.

Studienform: Quereinsteigende Berufsleute können in einen regulären Studiengang für die Vorschulstufe/ Primarstufe oder die Sekundarstufe I einsteigen. In den revidierten Reglementen ist zudem eine Studienform vorgesehen, welche Ausbildung und teilzeitliche Unterrichtstätigkeit verbindet. Die Studierenden dieser Programme können – bei einem Vollzeitstudium frühestens nach dem ersten Ausbildungsjahr – eine bezahlte, teilzeitliche Stelle als Lehrperson übernehmen. Diese Tätigkeit ist Teil ihres Vollzeitstudiums und wird von der Hochschule begleitet. Für die Aufnahme in ein solches Programm ist eine Berufseignungsüberprüfung notwendig.

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