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Medienmitteilung vom 04.04.2012

Höhere Fachschulen:
Neue Finanzierungsvereinbarung bringt verbesserte Freizügigkeit für Studierende


Bern, 4. April 2012. Die EDK hat an ihrer Plenarversammlung vom 22. März 2012 eine neue Finanzierungsvereinbarung für die Höheren Fachschulen verabschiedet. Jetzt entscheiden die Kantone über einen Beitritt. Für die Studierenden wird die Umsetzung der Vereinbarung zu einer verbesserten Freizügigkeit führen.

Die "Interkantonale Vereinbarung über Beiträge an Bildungsgänge der Höheren Fachschulen" (HFSV)  ist eine Finanzierungsvereinbarung zwischen den Kantonen. Sie wird nach ihrem Inkrafttreten den Lastenausgleich zwischen den Kantonen im Bereich der Höheren Fachschulen regeln und für die Studierenden den gleichberechtigten Zugang zu den ausserkantonalen Bildungsangeboten ermöglichen. Der Vorstand der EDK wird die Vereinbarung in Kraft setzen, wenn ihr zehn Kantone beigetreten sind.

Inhalte im Überblick

Verbesserte Freizügigkeit: Heute werden die Ausgleichszahlungen für die Höheren Fachschulen über die "Interkantonale Fachschulvereinbarung" (FSV) von 1998 geregelt. Diese funktioniert nach einem A-la-Carte-Prinzip, das heisst: Jeder Kanton entscheidet, für welche ausserkantonalen Bildungsangebote er Beiträge entrichtet und für welche nicht. Dieses Prinzip wird mit der neuen Vereinbarung aufgehoben. Die Vereinbarungskantone bezahlen für alle Studiengänge, die Teil der HFSV sind. Für die Studierenden bedeutet dies eine verbesserte Freizügigkeit: Tritt ihr Wohnortkanton bei, dann haben sie zu allen Höheren Fachschulen, die Teil der Vereinbarung sind, gleichberechtigten Zugang. Die Ausgleichszahlungen für die Höheren Fachschulen werden damit erstmals nach den gleichen Prinzipien funktionieren wie die bestehenden Vereinbarungen für die universitären Hochschulen und die Fachhochschulen.

Vorbereitungskurse / Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen: Die Vorbereitungskurse auf die Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen sind nicht Teil der HFSV. Vorläufig werden für diese Kurse die Regelungen der "alten" Vereinbarung (FSV) gelten.
Der Bund schafft aktuell im Rahmen einer Teilrevision der Berufsbildungsverordnung die Grundlagen für eine veränderte Subventionierung der Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen. Der Bundesrat hat heute, 4. April 2012, die entsprechende Vernehmlassung eröffnet. Auf die Website des BBT

Mehr Kostentransparenz: Die Finanzierungsvereinbarungen funktionieren nach dem Prinzip, dass die Herkunftskantone der Studierenden dem Standortkanton der Ausbildungsstätte einen festgelegten Betrag (Pauschale pro Semester) bezahlen. Bei der FSV legen die Träger diese Semester-Pauschalen selber fest. Die HFSV sieht hingegen vor, dass dies von den Vereinbarungskantonen gemeinsam vorgenommen wird und dass damit für die gleichen Bildungsgänge auch gleiche Semester-Pauschalen gelten werden. Dabei wird man sich auf Kostenerhebungen in den Kantonen stützen und Kriterien für die Ermittlung von Standardkosten – wie z.B. Mindestklassengrösse – anwenden.

Bildungsgänge von erhöhtem öffentlichen Interesse: Von den ermittelten Ausbildungskosten zahlt der Herkunftskanton 50% an den Standortkanton. Für einzelne Bildungsgänge in den Fachbereichen Gesundheit, Soziales sowie Land- und Forstwirtschaft kann dieser Beitrag bis maximal 90% der ermittelten Ausbildungskosten umfassen. Es sind dies Bereiche, in denen die öffentliche Hand einen Versorgungsauftrag wahrzunehmen hat. Diese Bildungsgänge werden künftig durch die entsprechenden Fachdirektorenkonferenzen zu bezeichnen sein: die Gesundheitsdirektoren (GDK), die Sozialdirektoren (SODK), die Forstdirektoren (FoDK) und Landwirtschaftsdirektoren (LDK).

Keine neuen Vorgaben für die Schulen: Der im Vernehmlassungsentwurf enthaltene Vorschlag, die Bildungsangebote durch Mindestvoraussetzungen (z.B. Vorgaben zur Infrastruktur, Mindeststudierendenzahl usw.) stärker zu steuern, wird fallen gelassen. Begründet wird das damit, dass in der HFSV nur Studiengänge erfasst werden, die über eine eidgenössische Anerkennung verfügen. Damit ist eine Qualitätsprüfung bereits erfolgt. Es soll keine Parallel-Struktur dazu aufgebaut werden. Zudem muss der Bildungsanbieter über eine Leistungsvereinbarung mit dem Standortkanton verfügen.

Die Träger legen die Studiengebühren fest: Wie bis anhin können die Standortkantone angemessene Studiengebühren erheben und deren Höhe bestimmen. Neu kann die Konferenz der Vereinbarungskantone eine Höchstgrenze für Studiengebühren festlegen.

Die Vernehmlassung

Der Entwurf für eine Interkantonale Vereinbarung über Beiträge an Bildungsgänge der Höheren Fachschulen (HFSV) war von Ende Mai 2010 bis Ende November 2010 in einer Vernehmlasssung bei den Kantonen, beim Bund und den Organisationen der Arbeitswelt (Dachverbände).

Die höheren Fachschulen

In der Schweiz gibt es rund 200 Höhere Fachschulen (HF). Diese qualifizieren für anspruchsvolle berufliche Tätigkeiten und Führungsfunktionen in acht Bereichen: Technik / Gastgewerbe, Tourismus und Hauswirtschaft / Wirtschaft / Land- und Waldwirtschaft / Gesundheit / Soziales und Erwachsenenbildung / Künste, Gestaltung und Design / Transport und Verkehr.

Im Studienjahr 2009/2010 besuchten rund 21'000 Personen einen Bildungsgang an einer Höheren Fachschule. Jährlich erwerben mehr als 7000 Personen ein eidgenössisch anerkanntes Diplom an einer Höheren Fachschule.

Bildungsgänge, die zu einem HF-Diplom führen, werden sowohl von kantonalen Bildungsinstitutionen (öffentliche Hand) als auch von Privatschulen angeboten. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) ist die zuständige Behörde für die Anerkennung dieser Bildungsgänge. 

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