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Medienmitteilung vom 17.11.2011

Mehr Abschlüsse auf Sekundarstufe II:  die EDK verabschiedet Empfehlungen

Bern, 17. November 2011. Bis im Jahr 2015 sollen in der Schweiz 95% der jungen Erwachsenen einen Abschluss auf Sekundarstufe II erwerben. Heute sind es 90%. Als Beitrag an diese Zielerreichung hat die EDK an ihrer Jahresversammlung vom 27./28. Oktober 2011 in Stein am Rhein (SH) Empfehlungen an die Kantone verabschiedet.

Jeder zehnte Jugendliche kann heute keinen Abschluss auf Sekundarstufe II aufweisen. Diese Jugendlichen gehören zu einer Risikogruppe, denn ein Abschluss auf der Sekundarstufe II ist eine Voraussetzung für eine gute soziale und wirtschaftliche Integration.

Die Erhöhung der Abschlussquote auf Sekundarstufe II ist ein gemeinsames Ziel der Verbundpartner, also von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Um dieses Ziel zu erreichen, unternehmen die Verbundpartner seit Jahren zahlreiche Anstrengungen. Auf Einladung der EDK haben sie sich im Jahr 2006 darauf verständigt, sich in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich dafür einzusetzen, dass die Zahl der Abschlüsse auf der Sekundarstufe II bis im Jahr 2015 von 90% auf 95% gesteigert werden kann.

EDK-Empfehlungen zur Nahtstelle obligatorische Schule – Sekundarstufe

Mit dem Erlass der Empfehlungen vom 28. Oktober 2011 zur Nahtstelle sprechen sich die Kantone dafür aus, ihre Anstrengungen zur Erhöhung der Abschlussquote Sekundarstufe II weiterzuführen. Bei der Umsetzung der Empfehlungen geht es also nicht in erster Linie um die Realisierung neuer Massnahmen, sondern um die Fortführung, allenfalls Weiterentwicklung laufender Massnahmen. Der Handlungsbedarf ist vor dem jeweiligen kantonalen Hintergrund zu betrachten.

Die Empfehlungen betreffen den Zuständigkeitsbereich der Kantone. Das sind einige der Themen: die Berufs- und Schulwahl der Jugendlichen weiter optimieren, die Erziehungsberechtigten bei der Begleitung ihrer Kinder unterstützen z.B. durch angepasste Informationsangebote, Nachholbildung und Validierung von Bildungsleistungen weiterentwickeln, Jugendliche in schwierigen Situationen begleiten, Weiterbildung für Lehr- und Fachpersonen an der Nahtstelle anbieten.

Ein Teil der Empfehlungen betrifft die Gesamtheit der Jugendlichen. Ein Beispiel ist der Berufswahlprozess: Durch die von der EDK entwickelten nationalen Bildungsziele und die damit verbundene Festlegung von Grundkompetenzen, die bis Ende der obligatorischen Schule zu erreichen sind, wird in den kommenden Jahren auch die Abstimmung zwischen den schulischen Leistungen eines Jugendlichen und den Anforderungen, die eine bestimmte Berufsausbildung stellt, optimiert werden können (siehe dazu das Projekt Schulische Anforderungsprofile des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv) und der EDK). Andere Massnahmen richten sich besonders an Jugendliche in einer schwierigen Situation, so die individuelle Begleitung (Case Management), die bereits in den meisten Kantonen eingerichtet ist.

Hohe Zustimmung in der Anhörung

Der Entwurf für die EDK-Empfehlungen war von Anfang Februar bis Ende Mai 2011 in einer Anhörung bei den kantonalen Bildungsdepartementen, verschiedenen Fachkonferenzen der EDK und den Lehrer-Dachverbänden (LCH und SER) und fand eine hohe Zustimmung. Die Empfehlungen basieren auf den Ergebnissen des EDK-Projektes "Optimierung der Nahtstelle obligatorische Schule – Sekundarstufe II". Es wurde von 2006 bis 2010 unter Mitwirkung der Verbundpartner realisiert.

Erneuerung des Commitments vorgesehen

Die Anstrengungen der Kantone dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Um das 95%-Ziel zu erreichen, bedarf es auch weiterhin einer abgestimmten Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt. In den kommenden Monaten wird die EDK die Verbundpartner deshalb zu einer offiziellen Erneuerung ihres Commitments zur Nahtstelle einladen.

Zahlen zur Abschlussquote Sekundarstufe II: Insgesamt bleiben in der Schweiz 10% der Jugendlichen ohne Abschluss auf der Sekundarstufe II. Von diesen schaffen schätzungsweise 3-4% den Übergang von der obligatorischen Schule in die Sekundarstufe II nicht. Schätzungsweise 4-5% fallen nach einer Lehrvertragsauflösung aus dem System und 2-3% schaffen die Lehrabschlussprüfung auch nach mehreren Anläufen nicht.

Der Bildungsbericht 2010 hat aufgezeigt, dass bereits heute 95% der Jugendlichen, die in der Schweiz geboren sind, einen Abschluss auf Sekundarstufe II erreichen (unabhängig von ihrer Nationalität). Jugendliche, die nicht die ganze Schulzeit in der Schweiz durchlaufen, bleiben häufiger ohne Abschluss auf Sekundarstufe II. 

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