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Medienmitteilung vom 11.11.2010

Verkürzter Weg zum Sekundarlehrdiplom für Primarlehrpersonen


Bern, 11. November 2010. Diplomierte Primarlehrerinnen und Primarlehrer können künftig im Rahmen eines gesamtschweizerisch anerkannten zweijährigen Master-Lehrgangs ein Lehrdiplom für die Sekundarstufe I erwerben. Ausbildungsinstitutionen können entsprechende Lehrgänge von der EDK anerkennen lassen.

Die EDK will mit dieser und weiteren Massnahmen im Bereich Diplomanerkennung die Durchlässigkeit im Berufsfeld erhöhen, neue Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung für Lehrpersonen schaffen und deren Einsetzbarkeit verbessern. Und es ist ein  Beitrag, um der steigenden Nachfrage beim Lehrpersonal - besonders auf der Sekundarstufe I - besser entsprechen zu können.

Die 26 kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren haben an ihrer Jahresversammlung vom 28. und 29. Oktober 2010 in Bern die reglementarischen Grundlagen für die gesamtschweizerische Diplomanerkennung im Lehrberuf entsprechend erweitert. Die Regelungen treten sofort in Kraft, das heisst: Ausbildungsinstitutionen können entsprechende Anerkennungsgesuche stellen.

Stufenwechsel Primarstufe > Sekundarstufe I

Wer sich bisher als Primarlehrperson für die Sekundarstufe I qualifizieren wollte und dabei eine gesamtschweizerische Anerkennung anstrebte, musste dies im Rahmen eines "regulären", 4,5 Jahre dauernden Bachelor-Master-Studienganges tun. Dabei konnten bereits erbrachte Studienleistungen zwar angerechnet werden und die Studiendauer verkürzen, jeder Fall musste dabei jedoch einzeln geprüft werden.

Neu wird es für Ausbildungsinstitutionen möglich, diplomierte Primarlehrerinnen und Primarlehrer in einem gesamtschweizerisch anerkannten Master-Lehrgang für die Sekundarstufe I zu qualifizieren. Die Ausbildung dauert 2 Jahre, wenn sie als Vollzeitstudium gemacht wird.

Zum neuen Master werden sowohl Lehrpersonen mit einem Hochschuldiplom (Bachelor Vorschul- und Primarstufe oder Bachelor Primarstufe) zugelassen als auch altrechtlich diplomierte Primarlehrerinnen und Primarlehrer mit einer seminaristischen Ausbildung. Letztere müssen für die Zulassung über drei Jahre Berufserfahrung auf Primarstufe und/oder Sekundarstufe I verfügen. Zusätzliche Unterrichtspraxis sowie gewisse Studienleistungen können im Umfang von maximal einem Jahr Studium angerechnet werden und die Ausbildungszeit verkürzen.

Qualifizierungen für ein zusätzliches Unterrichtsfach

Eine gesamtschweizerische Anerkennung wird künftig auch für Erweiterungsstudien möglich. Beispiele:

  • Eine Lehrperson der Sekundarstufe I qualifiziert sich für ein zusätzliches Fach. Die zeitliche Anforderungen umfassen hierfür beispielsweise 30 ECTS, was einem halben Jahr im Vollzeitstudium entspricht.
  • Eine Primarlehrerin oder ein Primarlehrer erwirbt nachträglich die Unterrichtsbefähigung für das Unterrichten einer zweiten Landessprache oder von Englisch. Die Qualifizierung im Bereich Fachdidaktik/Fachwissenschaft findet in der Regel im Rahmen des regulären Studienprogramms einer Pädagogischen Hochschule statt und umfasst z.B. 10 ECTS, was einer Lernleistung im Umfang von ca. 300 Stunden entspricht. Was die Kenntnis der Sprache betrifft, gelten die gleichen Anforderungen wie für die Studierenden in den "regulären" Ausbildungsgängen.

Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger

Die Plenarversammlung der EDK hat an ihrer Jahresversammlung vom 28. und 29. Oktober 2010 eine Aussprache zu Quereinsteigenden in den Lehrberuf geführt. Die EDK unterstützt die Schaffung von Möglichkeiten für Quereinsteigende, sich zur Lehrerin, zum Lehrer ausbilden zu lassen. Wichtig ist aber auch hier eine gesamtschweizerische Anerkennung. Das ist auch das erklärte Ziel jener Kantone (BE, ZH, SO, BL, BS, AG), welche solche Ausbildungen lancieren wollen oder bereits lanciert haben.

Im Auftrag des EDK-Vorstandes prüft das Generalsekretariat zurzeit eine Reihe von Massnahmen im Bereich des EDK-Diplomanerkennungsrechts, welche zu Lösungen für Quereinsteigende beitragen können, so beispielsweise die Anrechnung von Berufserfahrung und anderen nicht formell erworbenen Kompetenzen (validation des acquis), wodurch die Ausbildung verkürzt werden kann. Der Vorstand der EDK wird Anfang des nächsten Jahres entscheiden, welche Massnahmen weiterverfolgt werden sollen.

Hintergrund

Als Konkordatsbehörde ist die EDK - der Zusammenschluss der 26 kantonalen Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren - zuständig für die gesamtschweizerische Anerkennung von Lehrdiplomen.

Die rechtliche Grundlage bildet die Interkantonale Vereinbarung über die Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen von 1993 (Diplomanerkennungs-Konkordat). Dieser Vereinbarung sind alle Kantone beigetreten. Die gesamtschweizerische Anerkennung ermöglicht gesamtschweizerische Mobilität und Freizügigkeit in der Berufsausübung.

Die EDK ist hingegen nicht tätig in folgenden Bereichen: Anstellungsbedingungen, Lehrerlöhne, Rekrutierung usw. Das wird auf kantonaler Ebene bearbeitet. 

Herausgeber:
Pressedienst Generalsekretariat EDK
+41 (0)31 309 51 11

 

Reglementarische Grundlagen

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