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Medienmitteilung vom 11.11.2010

Vorschläge für nationale Bildungsziele finden hohe Akzeptanz in der Anhörung

Bern, 11. November 2010. Die EDK ist mit der Erarbeitung von nationalen Bildungszielen auf Kurs. Im März und Juni 2011 wird die Plenarversammlung der EDK über deren Freigabe entscheiden.

Die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren haben an ihrer Jahresversammlung vom 28. und 29. Oktober 2010 in Bern Kenntnis genommen von den positiven Ergebnissen der Anhörung zu Vorschlägen für nationale Bildungsziele. Diese so genannten "Bildungsstandards" beschreiben Grundkompetenzen, welche die Schülerinnen und Schüler während der obligatorischen Schule in den Fächern Schulsprache, zwei Fremdsprachen (eine zweite Landessprache und Englisch), Mathematik und Naturwissenschaften erwerben sollen. Sie decken nicht alle Lernbereiche in diesen Fächern ab, stehen aber für den "Kern" der zu erwerbenden Kompetenzen und werden in die sprachregionalen Lehrpläne einfliessen. Eine weiterführende und umfassende Beschreibung der Lernziele wird in den sprachregionalen Lehrplänen vorgenommen (Plan d'études romand PER und Lehrplan 21). Die Lehrpläne werden nicht von der Gesamt-EDK erarbeitet, sondern stehen unter der Verantwortung der französischsprachigen Kantone (Conférence intercantonale de l'instruction publique de la Suisse romande et du Tessin CIIP) respektive der deutschsprachigen Kantone (Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz D-EDK).

Die Anhörung
Die Anhörung zu diesen Grundkompetenzen für vier Fachbereiche dauerte vom 25. Januar 2010 bis 31. Juli 2010. Sie richtete sich an die 26 kantonalen Bildungsdepartemente und an national respektive sprachregional organisierte Fachkreise (Lehrerverbände, Schulleiterverbände, Elternorganisationen). Wichtige Adressaten waren auch die "Abnehmer" auf Sekundarstufe II: Mittelschulen, Berufsbildung und die Dachverbände der Wirtschaft.

Ergebnisse und weiteres Vorgehen
Alle 26 kantonalen Bildungsdepartemente nehmen die Vorschläge positiv auf. Auch bei der Mehrheit der weiteren Anhörungsadressaten stossen sie auf eine hohe Akzeptanz.

Die Plenarversammlung der EDK hat am 28. Oktober 2010 Grundsätze für den Abschluss der Arbeiten festgelegt:

  • In den kommenden Monaten werden die Vorschläge auf Basis der Rückmeldungen aus der Anhörung finalisiert. Das umfasst viele Detail-Bearbeitungen (z.B. Formulierungen verbessern oder gewisse Anforderungsniveaus anpassen) und die Präsentation wird vereinfacht. Im Grundsatz wird das Instrument aber so übernommen.
  • Im März und Juni 2011 wird die Plenarversammlung der EDK über die Freigabe entscheiden.

Die Plenarversammlung der EDK hat am 28. Oktober 2010 ebenfalls Grundsätze für die Einführung und Verwendung dieses Instruments bestätigt oder solche erstmals formuliert:

  • Die Kantone haben den Auftrag, die Ziele der Bildungsstufen gesamtschweizerisch zu harmonisieren (Art. 62 Abs. 4 Bundesverfassung). Das Schweizer Stimmvolk hat diesen Verfassungsauftrag im Mai 2006 mit 86% Ja-Stimmen gutgeheissen. Neben der Entwicklung von sprachregionalen Lehrplänen ist die Festlegung von Grundkompetenzen für vier Fachbereiche ein wesentlicher Beitrag an die Harmonisierung der Bildungsziele in der Schweiz.
  • Die EDK wird in Zukunft im Rahmen des schweizerischen Bildungsmonitorings überprüfen lassen, wie gut die Schülerinnen und Schüler diese Grundkompetenzen erreichen. Das wird erstmals zwischen 2014-2017 stattfinden und die Ergebnisse werden in den Bildungsbericht 2018 einfliessen. Diese Überprüfung umfasst repräsentative Stichproben. Schulrankings können damit nicht gemacht werden.
  • Die EDK sieht vor, nach einer sorgfältigen Einführung der jetzt vorliegenden nationalen Bildungsziele solche auch für weitere Fächer zu erarbeiten. Folgende Fächer haben dabei Priorität: ICT (Informations- und Kommunikationstechnologien), Bewegungserziehung und -förderung (Sport), Musik und Bildnerisches Gestalten. Den Beschluss dazu hat die EDK bereits 2007 gefasst (HarmoS-Umsetzungsbeschluss der EDK vom 25./26.Oktober 2007).

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