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Medienmitteilung vom 27.5.2010


Verbesserte Freizügigkeit bei den Höheren Fachschulen:
Konkordat geht in Vernehmlassung


Bern, 27. Mai 2010. Ein neues Konkordat zwischen den Kantonen soll im Bereich der Höheren Fachschulen die Freizügigkeit für die Studierenden verbessern, mehr Kostentransparenz bringen und den Vereinbarungskantonen ermöglichen, gewisse Vorgaben für die Anbieter zu machen.

Hintergrund: In der Schweiz gibt es rund 200 Höhere Fachschulen (HF). Sie bieten zusammen 400 Bildungsgänge an. Diese qualifizieren für anspruchsvolle berufliche Tätigkeitsbereiche und Führungsfunktionen in den Bereichen Technik, Wirtschaft, Gastgewerbe, Tourismus, Hauswirtschaft, Land- und Waldwirtschaft.

Im Studienjahr 2007/2008 besuchten rund 19'000 Personen einen Bildungsgang an einer Höheren Fachschule. Jährlich erwerben mehr als 4000 Personen ein eidgenössisch anerkanntes Diplom an einer Höheren Fachschule. Zusammen mit den Diplomen für neue HF-Ausbildungen im Bereich Gesundheit, Soziales und Erwachsenenbildung sowie Künste und Gestaltung wird diese Zahl in den nächsten Jahren auf 7000 ansteigen.

Die Höheren Fachschulen werden von der öffentlichen Hand getragen oder sind privat. Sie durchlaufen ein Anerkennungsverfahren durch den Bund. 

Finanzierungsausgleich und Freizügigkeit

Der Vorstand der EDK hat an seiner Sitzung vom 7. Mai 2010 den Entwurf für die "Interkantonale Vereinbarung über Beiträge an die Bildungsgänge der Höheren Fachschulen" (HFSV) für die Vernehmlassung frei gegeben. Diese dauert bis am 30. November 2010. Die Vernehmlassung richtet sich an die Kantone, die Organisationen der Arbeitswelt (Spitzenverbände), die privaten Bildungsanbieter und den Bund.

Die HFSV ist eine Finanzierungsvereinbarung. Sie regelt den Lastenausgleich zwischen den Kantonen. Ein Kanton zahlt für seine Studierenden, die ausserhalb des Kantons eine Höhere Fachschulen (HF) besuchen, einen festgelegten Betrag an den Träger der ausserkantonalen Einrichtung. Diese Pauschale deckt 50% – 60% der Kosten für einen Bildungsgang. Für Vollzeit-Bildungsgänge sind das je nach Fachbereich und Semester zwischen CHF 2000.– bis CHF 7000.–. Die restlichen Kosten werden vom Standortkanton, von den Studierenden oder – namentlich bei den Teilzeitangeboten – von den Arbeitgebern gedeckt.

Welche Neuerungen bringt die HFSV?

Es gibt bereits heute eine Vereinbarung, welche die Ausgleichszahlungen für die höhere Berufsbildung regelt: die Fachschulvereinbarung (FSV) von 1998 ist von allen Kantonen ratifiziert worden. Im Vergleich zur heute gültigen Vereinbarung bringt die HFSV im Bereich der Höheren Fachschulen folgende Neuerungen:

  • Verbesserte Freizügigkeit: Die FSV funktioniert nach einem "A-la-carte-Prinzip": die Kantone wählen, für welche Bildungsgänge von ausserkantonalen Höheren Fachschule sie Beitragszahlungen leisten. Beteiligt sich ein Kanton nicht an den Kosten für einen ausserkantonalen Bildungsgang, kann das im Einzelfall bedeuten, dass die Studierenden höhere Studiengebühren übernehmen müssen. Das "A-la-carte-Prinzip" soll mit der HFSV aufgehoben werden. Die Beitrittskantone bezahlen für alle Bildungsgänge, welche Teil der HFSV sind. Die Freizügigkeit für die Studierenden wird damit entscheidend verbessert. Die Studierenden erfahren erstmals eine Gleichstellung mit ihren Studien-Kollegen an Fachhochschulen und Universitäten. Auf der Angebotsseite kann Freizügigkeit den Wettbewerb und damit die Qualität fördern.
  • Mehr Transparenz bei den Kosten: Heute legen die Träger eines Bildungsgangs den Tarif für diesen fest. Neu sollen sich die Vereinbarungskantone (das sind die Kantone, welche der Vereinbarung beitreten) auf einheitliche Tarife pro Fachbereich einigen. Als Grundlage werden regelmässig durchgeführte Kostenerhebungen bei den Anbietern dienen. Erste Berechnungen zeigen, dass die Beiträge für die Kantone sich im Rahmen der bisherigen Tarife bewegen werden (CHF 2000.– bis CHF 7000.–).
  • Vorgaben für die Anbieter der Bildungsgänge: Die Kantone melden die beitragsberechtigten Bildungsgänge. Sie werden künftig dafür verantwortlich sein, dass die Bildungsgänge bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Festgelegt werden diese gemeinsam von den Kantonen, welche der HFSV beitreten. Als Kriterien sind vorgesehen: Bedarfsnachweis, Mindestteilnehmerzahl, Kostentransparenz etc.

Die Vorbereitungskurse für Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen sind nicht Teil der HFSV. Es ist vorgesehen, dass die Beitragsleistungen der öffentlichen Hand an die Berufsprüfungen und die höheren Fachprüfungen künftig zentral via Bund ausgerichtet werden. Bis unter der Federführung des Bundes (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie) die hierfür notwendigen Finanzierungsregelungen erarbeitet worden sind, sollen die Abgeltungen zwischen den Kantonen für die Vorbereitungskurse weiterhin über die heute gültige Fachschulvereinbarung von 1998 (FSV) geregelt werden.

Herausgeber:
Pressedienst Generalsekretariat EDK

 

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