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Medienmitteilung vom 25.1.2010

Die Ziele der obligatorischen Schule harmonisieren:
Anhörungsprozess zu nationalen Bildungszielen

Bern, 25. Januar 2010. Welche Grundkompetenzen sollen unsere Schülerinnen und Schüler in der Schulsprache, in Fremdsprachen, in Mathematik und Naturwissenschaften erwerben? Vorschläge für nationale Bildungsziele gehen bis im Sommer 2010 in einen Anhörungsprozess bei den kantonalen Bildungsdepartementen und den betroffenen nationalen Dachverbänden und -organisationen. Die EDK-Plenarversammlung wird die nationalen Bildungsziele nach Abschluss und Auswertung der Anhörungen verabschieden.

Die Kantone harmonisieren wichtige Bildungsziele der obligatorischen Schule. Ein weiterer Schritt auf dieses Ziel hin ist erfolgt: die mehrjährigen Arbeiten zur Entwicklung von nationalen Bildungszielen in der Schulsprache, in zwei Fremdsprachen, in Mathematik und Naturwissenschaften sind abgeschlossen. Jetzt legen die für diese Arbeiten zuständigen Fachleute Vorschläge für nationale Bildungsziele in den erwähnten vier Fächern vor.

Da diese Bildungsziele in die Lehrplanarbeit sowie in die Qualitätsüberprüfung und -entwicklung einfliessen werden, tragen sie auch die Bezeichnung "Bildungsstandards".

Die Harmonisierung wichtiger Bildungsziele ist ein Verfassungsauftrag. Das Schweizer Stimmvolk und alle Stände haben am 21. Mai 2006 entsprechenden neuen Bildungsartikeln in der Bundesverfassung mit 86% zugestimmt.

Zu den Vorschlägen für nationale Bildungsziele

  • Die nationalen Bildungsziele beschreiben in erster Linie Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Grundkenntnisse (was soll eine Schülerin / ein Schüler können?).
  • Die nationalen Bildungsziele beschreiben bei Weitem nicht alle, aber wichtige Kompetenzen, die in den vier Fächern zu erreichen sind.
  • Die nationalen Bildungsziele sind – mit Ausnahme der Fremdsprachen – an drei Schnittstellen zu er-reichen. Dabei werden zwei Jahre obligatorischer Kindergarten gemäss HarmoS-Konkordat mitgezählt. Die Bildungsziele sind demnach nach zwei Jahren Kindergarten und zwei Jahren Primarschule (4. Schuljahr), am Ende der Primarschulzeit (8. Schuljahr) und am Ende der Sekundarstufe I (11. Schuljahr) zu erreichen. Der obligatorische Kindergarten trägt beispielsweise zur Entwicklung der Kompetenzen in der Schulsprache bei. Das wird bei den Zielvorgaben berücksichtigt. Für die Fremdsprachen werden Zielvorgaben für das 8. und 11. Schuljahr gemacht.
  • Die nationalen Bildungsziele werden nach ihrer Verabschiedung durch die EDK in die auf sprachregionaler Ebene geplanten Lehrpläne einfliessen und so für die Lehrpersonen aufbereitet.

Anhörungsprozess bis Sommer 2010

In einer ersten Phase werden die Vorschläge für nationale Bildungsziele von Februar bis Anfang April 2010 an Hearings (Präsenzveranstaltungen) präsentiert und diskutiert. Das EDK-Generalsekretariat lädt dazu national bzw. sprachregional organisierte Fachkreise ein: Lehrer- und Schulleitungsverbände, Elternorganisationen, Abnehmerschulen der Sekundarstufe II, Berufsbildung, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände und weitere Kreise. In einer zweiten Phase sind alle Teilnehmenden und die kantonalen Bildungsdepartemente eingeladen, bis Ende Juli 2010 eine schriftliche Stellungnahme abzugeben.

Die eingeladenen Kreise äussern sich zur Breite der vorgeschlagenen Ziele (sind die wichtigsten Kompetenzen in diesen Fächern abgedeckt) und zum vorgeschlagenen Anforderungsniveau (wie ist die Erreichbarkeit der Ziele zu beurteilen).

Nach einer Auswertung der Resultate der Anhörung gehen die Vorschläge an die Plenarversammlung der EDK. Je nach Ergebnissen wird die EDK-Plenarversammlung die nationalen Bildungsziele oder einen Teil davon bereits im Oktober 2010 verabschieden können.

Hintergrund und Einführung der Bildungsziele

Die rechtliche Basis für die Entwicklung und Festlegung von nationalen Bildungszielen bildet das HarmoS-Konkordat (Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule), das am 1. August 2009 in Kraft getreten ist. Kantone, die dem Konkordat beigetreten sind oder noch beitreten werden, setzen sich dafür ein, mit ihren Schülerinnen und Schüler diese Bildungsziele zu erreichen. Das ist als mehrjähriger Prozess zu verstehen. Die Bildungsziele werden in die Instrumente für den Unterricht einfliessen. Das sind insbesondere die geplanten Lehrpläne für die Sprachregionen (Lehrplan 21, Plan d'études romand, Lehrpläne des Kantons Tessin).

Wann die EDK zum ersten Mal auf nationaler Ebene überprüfen wird, wie diese Bildungsziele erreicht werden, ist noch nicht entschieden. Diese Überprüfung wird eine Auswahl von Schülerinnen und Schülern umfassen (repräsentative Stichproben, anonymisierte Daten) und keine Rückschlüsse auf die Leistungen von Einzelschulen zulassen. Schul-Rankings lassen sich daraus nicht ableiten.

Herausgeber und Kontakt:
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