Kommentar
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OECD-Bericht zur Bildung 2009
In der Schweiz erwerben 50% einen höheren Abschluss (Tertiärabschluss)
Bern, 10. September 2009. Die Schweiz hat eine Tertiärquote von 50%, entnimmt man dem OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2009", der am 8. September 2009 publiziert wurde. Sie hatten eine tiefere Zahl im Kopf? Sie haben recht: Im Vordergrund der Berichterstattung stand nämlich nur ein Ausschnitt der höheren Qualifikationen auf Tertiärstufe (1), nämlich die an Hochschulen erworbenen. Nur gerade 31% – so die OECD – würden in der Schweiz einen Hochschulabschluss machen. Und sie forderte, die Schweiz solle vermehrt in höhere Qualifikationen investieren.
Halten wir fest: die höheren Qualifikationen (oder Abschlüsse auf Tertiärstufe) umfassen nicht nur die Hochschulabschlüsse. Wichtiges Standbein sind auch die Abschlüsse in der Höheren Berufsbildung (Höhere Fachschulen und Fachprüfungen). Und bei den Erwerbseinkommen können die Inhaberinnen und Inhaber dieser Abschlüsse bestens mit den Hochschul-Absolventen mithalten.
Bei dieser Höheren Berufsbildung lag die Abschlussquote gemäss OECD in der Schweiz im Jahr 2007 bei 18,3%. Diese Quote lag in den vergangenen Jahren in der OECD-Berichterstattung jeweils bei 8 oder 9%. Jetzt ist sie plötzlich doppelt so hoch. Das ist nicht auf eine Systemveränderung zurückzuführen, sondern auf eine verbesserte Datenlage.
Zusammen mit der Hochschulabschlussquote (31.4%) ergibt das für die Schweiz die erstmals so hohe Tertiärquote von rund 50%. Das ist über dem OECD-Durchschnitt (48.1%) und über dem EU-Durchschnitt (44.4%).
Andreas Schleicher von der OECD forderte im Zusammenhang mit der dualen Berufsbildung Schweiz (die kein Auslaufmodell sei...), es gehe um die Schaffung von Plattformen, die auch nach Abschluss einer Berufslehre oder in späteren Lebensjahren den Sprung auf die Tertiärstufe erlaube.
In der Schweiz sind diese Plattformen mit der Berufsmatura, Passerellen und den flexiblen Angeboten der Höheren Berufsbildung bereits sehr gut realisiert. Der Sprung in die Tertiärstufe ist auch in späteren Lebensjahren optimal möglich. Die Berufslehre ist keine Sackgasse.
Es soll hier nicht das Bildungssystem Schweiz schöngeredet werden, aber zunächst einmal sollten wir uns über die Faktenlage verständigen. Dann können wir darüber diskutieren, was weiter verbessert werden sollte. Und: Das Bildungssystem Schweiz passt nicht in das Schema vieler ausländischer Staaten, die stark über Hochschulausbildungen funktionieren. Internationale Vergleiche hinken sehr oft.
Hans Ambühl
Generalsekretär der EDK
(1) Die Tertiärstufe folgt im Bildungssystem auf die Sekundarstufe II (gymnasiale Schulen, Fachmittelschulen, Berufslehre und Berufsmaturität).
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