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Medienmitteilung vom 13.5.2009

HarmoS tritt am 1. August 2009 in Kraft

Bern, 13. Mai 2009. Das HarmoS-Konkordat tritt am 1. August 2009 in Kraft. Die Beitrittskantone setzen die Inhalte des Konkordats bis spätestens auf Beginn des Schuljahres 2015/2016 um. Nach Ablauf dieser Frist wird die EDK eine Beurteilung vornehmen, inwieweit das Ziel "Harmonisierung der obligatorischen Schule Schweiz" erreicht ist.

Wie am 6. April 2009 bekannt gegeben (Pressemitteilung), sind 10 Kantone dem HarmoS-Konkordat beigetreten. Das ist die Voraussetzung für die Inkraftsetzung.

Der Vorstand der EDK hat an seiner ordentlichen Sitzung vom 7. Mai 2009 beschlossen, dass das HarmoS-Konkordat auf den 1. August 2009 in Kraft treten soll. Das Konkordat gilt ab dann für diejenigen Kantone, welche beigetreten sind. In der Reihenfolge ihres Beitritts sind das bisher SH, GL, VD, JU, NE, VS, SG, ZH, GE und TI. Ab dem 1. August 2009 beginnt eine sechsjährige Übergangsfrist zu laufen. Die Beitrittskantone haben diejenigen Inhalte des Konkordats, welche sie noch nicht erfüllen, auf Beginn des Schuljahres 2015/2016 umzusetzen. Diese gleiche Frist gilt auch für Kantone, die dem Konkordat nach dem 1. August 2009 beitreten werden.

An einer Medienkonferenz in Bern informierten die EDK-Präsidentin, Staatsrätin Isabelle Chassot, und der Generalsekretär, Hans Ambühl, darüber, was diese Inkraftsetzung beinhaltet.

Was ändert mit HarmoS?
Mit einem Beitritt verpflichten sich die Kantone dazu, wichtige Strukturen und Ziele der obligatorischen Schule zu vereinheitlichen. Sie lösen damit einen Verfassungsauftrag ein, der ihnen das Schweizer Stimmvolk und alle Stände im Mai 2006 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 86% gegeben hat.

  • Das Konkordat beruht auf einem breiten Konsens und vereinheitlicht diejenigen Schulstrukturen, die bereits heute in einer Mehrheit der kantonalen Schulsysteme Anwendung finden. Was HarmoS bei den Strukturen ändert, muss deshalb vor dem Hintergrund des jeweiligen Kantons gesehen werden (siehe Hintergrundinformationen unten).
  • Für alle Beitrittskantone neu ist dagegen die Übernahme von nationalen Bildungszielen (Bildungsstandards) und sprachregionalen Lehrplänen. Diese Instrumente werden momentan entwickelt. Nach Inkrafttreten des Konkordats soll noch vor Ende Jahr ein Konsultationsprozess zu den nationalen Bildungsstandards bei den schulischen Partnern eingeleitet werden.
  • Weiter enthält HarmoS einige sehr subsidiäre Vereinbarungen zur Organisation des Schultages. Blockzeiten und Tagesstrukturen entlasten die Familien, ohne ihnen etwas wegzunehmen

Alle Kantone positionieren sich

Alle Kantone sollen sich zur jetzt vorliegenden Vorlage des HarmoS-Konkordats äussern. Das gehört zu den demokratischen Spielregeln in einem Vertragsprozess zwischen den Kantonen. Es gibt keine Gründe, diesen Prozess jetzt zu unterbrechen oder die Vorlage zu verändern.

Nach Ablauf der HarmoS-Frist, also auf Beginn des Schuljahres 2015/2016, wird die EDK zu beurteilen haben: wo stehen wir jetzt mit der Harmonisierung? Erfüllen wir die Vorgaben der Bundesverfassung? Wo besteht noch Handlungsbedarf? Und wie kann dieser eingelöst werden? Diese Beurteilung wird auch die Nicht-Beitrittskantone einbeziehen. Dabei wird zu berücksichtigen sein, dass auch Kantone, welche das Konkordat abgelehnt haben, bei den Strukturen HarmoS-kompatibel sind (z.B. der Kanton TG) oder bereit sind, mit den neuen sprachregionalen Lehrplänen zu arbeiten. Für diese Kantone bedeutet allerdings der Nicht-Beitritt, dass sie bei allfälligen Veränderungen des Konkordates nicht mitbestimmen können. Ebenso werden nur die Beitrittskantone über künftige Veränderungen der Bildungsstandards Schulsprache, Fremdsprachen, Naturwissenschaften und Mathematik beschliessen oder Bildungsstandards für weitere Fachbereiche erlassen können.


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Hintergrundinformation: Was ändert HarmoS?

Schulstrukturen

  • Vereinheitlichung der Schuldauer und obligatorischer Kindergarten: In den HarmoS-Beitritts-kantonen sollen alle Kinder zwei Jahre in den Kindergarten gehen, so wie das bereits 86% der Kinder in der Schweiz tun. Wenig verbreitet ist der zweijährige Kindergartenbesuch heute nur in FR, LU, OW, SZ und UR.
  • Einheitlicher Stichtag: Beim Stichtag für den Eintritt in die obligatorische Schule soll es nicht mehr Abweichungen bis zu acht Monaten geben, wie das heute möglich ist. Der Stichtag für den Eintritt in den Kindergarten wird in den Beitrittskantonen auf den 31. Juli angesetzt (der vierte Geburtstag ist vor diesem Datum). Die Eltern haben weiterhin die Möglichkeit, individuelle Gesuche für einen späteren oder früheren Eintritt zu stellen. Heute ist der Stichtag für den Eintritt in die erste Primarklasse der 30. Juni, wobei ein Kanton seinen Stichtag vier Monate früher oder vier Monate später davon ansetzen kann (Schulkonkordat 1970).
  • Drei Jahre Oberstufe: Bereits heute dauert die Oberstufe in 20 Kantonen drei Jahre. Ausnahmen sind BS und VD (4 Jahre Primarstufe und 5 Sekundarstufe) sowie AG, BL, NE und TI (5 Jahre Primarstufe und 4 Jahre Sekundarstufe). Von diesen sind  NE, VD und TI dem Konkordat bereits beigetreten. NE und VD werden die Umstellung auf das System 6/3 innerhalb der vertraglichen Frist von sechs Jahren vornehmen. Der Kanton TI ist von dieser Regelung ausgenommen.

Ziele

  • Die Beitrittskantone übernehmen gemeinsame Bildungsziele (nationale Bildungsstandards) in den Fachbereichen Schulsprache, Fremdsprachen, Naturwissenschaften und Mathematik für das heutige 2., 6. und 9. Schuljahr. Und sie übernehmen sprachregionale Lehrpläne. Für die Schulpraxis heisst das in erster Linie, einen neuen Lehrplan zu übernehmen. In den neuen sprachregionalen Lehrplänen (Lehrplan Deutschschweiz, Lehrplan Westschweiz, Lehrplan Tessin) werden die nationalen Bildungsstandards berücksichtigt.

Organisation des Schultages

  • Alle Kantone kennen heute – in einem unterschiedlichen Umfang – verschiedene Modelle von Blockzeiten und Tagesstrukturen. Die Beitrittskantone verpflichten sich, den Unterricht auf Primarstufe vorzugsweise in Blockzeiten zu organisieren. Und sie verpflichten sich, ein bedarfsgerechtes Angebot an Tagesstrukturen zu realisieren. Wie diese fakultativ zu nutzenden Angebote aussehen, gibt das Konkordat nicht vor.


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