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Medienmitteilung 18.6.2008


Die Schule leistet ihren Beitrag zum Erlernen des Schwimmens


Bern, 18. Juni 2008. Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) fordert in einer Petition ein Obligatorium für Schwimmunterricht. Damit will die SLRG erreichen, dass die Schule alle Kinder zum Schwimmen befähigt. Die EDK hält fest: dies kann nicht allein von der Schule und der öffentlichen Hand garantiert, finanziert und verantwortet werden. Kinder zum Schwimmen zu befähigen liegt in der gemeinsamen Verantwortung von Eltern, Schulen sowie Sportvereinen und -verbänden.

Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) fordert die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren auf, den Schwimmunterricht als Obligatorium in den Lehrplan aufzunehmen. Sie hat eine entsprechende Petition am 21. Mai 2008 bei der EDK eingereicht.

Die EDK hat an ihrer Plenarversammlung vom 12. Juni 2008 die SLRG-Petition zur Kenntnis genommen und gestützt auf die "EDK-Erklärung zu Bewegungserziehung und Bewegungsförderung in der Schule vom 28. Oktober 2005" darauf geantwortet. In dieser Erklärung hatte die EDK festgehalten, dass Bewegungserziehung und -förderung für alle Schülerinnen und Schüler zum Bildungsauftrag gehören; ebenso müssen aber auch ausserschulische Partner ihren Beitrag leisten, namentlich wenn es um die Förderung von spezifischen Sportkompetenzen, Nachwuchsförderung usw. geht. Das gilt in besonderem Masse für das Erlernen des Schwimmens.

Die wichtigsten Punkte der EDK-Stellungnahme zu Schule und Schwimmen

  • Die EDK erachtet das Schwimmen als eine wichtige Kompetenz für alle Menschen. Im Rahmen der Bewegungserziehung, die zunächst eine Aufgabe der Familie ist, soll auch die obligatorische Schule das ihr Mögliche zur Wassergewöhnung (vertraut werden mit dem Wasser) und zum Erlernen des Schwimmens beitragen. Die Schule kann aber nicht allein garantieren, dass jedes Kind in der Schweiz schwimmen lernt. Eltern, Schulen, Sportvereine und -verbände müssen gemeinsam die Verantwortung dafür übernehmen.
  • Die Schule leistet bereits heute ihren Beitrag an das Erlernen des Schwimmens. Zielsetzungen zum Schwimmen sind in den meisten kantonalen und regionalen Lehrplänen enthalten. Ob Schwimmunterricht erteilt werden kann oder nicht, hängt vielfach von der vorhandenen Infrastruktur ab. Für die Erteilung von Schwimmunterricht gelten zudem strenge Sicherheitsvorkehren (Anzahl Kinder, Begleitpersonen, Qualifizierung der Lehrkräfte).
  • Ein flächendeckendes Obligatorium wäre mit grossen finanziellen Auswirkungen für die öffentliche Hand verbunden (Infrastruktur, Sicherstellung der Sicherheitsvorkehren).

Für die Zukunft sieht die EDK folgende Handlungsfelder:

  • Momentan werden sprachregionale Lehrpläne erarbeitet. Die Sprachregionen prüfen die Aufnahme von angemessenen Zielen zum Schwimmunterricht.
  • Die EDK lädt Kantone und Gemeinden ein, die Zugangsmöglichkeiten zu Schwimmbädern für Schulen und ausserschulische Anbieter zu koordinieren und zu optimieren.
  • Die EDK wird mit der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), dem Schweizerischen Verband für Schulsport (SVSS) und swimsports.ch das Gespräch aufnehmen darüber, was diese Organisationen an Unterstützung bei der Qualifizierung der Lehrkräfte und bei der Durchführung des Schwimmunterrichts beitragen können.



Herausgeber:
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