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Medienmitteilung 27.04.2004


Besetzung der Lehrerinnen- und Lehrerstellen 2003/2004: Ergebnisse der Vorjahre werden bestätigt

Bern, 27.04.2004. Eine gesamtschweizerische Umfrage zur Besetzung der Stellen im Lehrberuf zu Beginn des Schuljahres 2003/2004 zeigt wenig Veränderungen zu den Vorjahren: keine Schwierigkeiten auf Vorschulstufe und Primarschulstufe, nach wie vor gewisse Schwierigkeiten bei bestimmten Fächern, Stufen und Schultypen. Insgesamt beurteilen die Kantone die Situation bei der Anstellung von Lehrpersonen im Vergleich zu den Vorjahren als entspannter. Die Gewinnung von qualifizierten Lehrpersonen bleibt weiterhin ein Arbeitsschwerpunkt der EDK. Die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren haben einen Aktionsplan mit Massnahmen für die gesamtschweizerische Ebene verabschiedet.


Zum dritten Mal in Folge wurde zu Beginn des Schuljahres 2003/2004 bei allen Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein von IDES, dem Informations- und Dokumentationszentrum der EDK, eine Befragung zur Besetzung der Lehrerinnen- und Lehrerstellen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II durchgeführt. Die Ergebnisse der Vorjahre werden weitgehend bestätigt.

Wichtigste Ergebnisse der Umfrage zur Stellenbesetzungssituation

In der Umfrage wurden 72'127 Vollzeitstellen ausgewiesen. Von diesen mussten zu Beginn des Schuljahres 4400 neu besetzt werden, je nach Stufe und Schultyp sind das 2-12% (dies entspricht der Bandbreite der Vorjahre).

  • Die Situation bei der Besetzung der Stellen unterscheidet sich je nach Region, Stufe, Schultyp und Fach. Keine Schwierigkeiten gibt es auf Vorschulstufe und Primarschulstufe. Wie bereits in den Vorjahren bleiben Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen für die Sekundarstufe I (Grundansprüche), für Klassen mit besonderem Lehrplan und für bestimmte Fächer (z.B. Naturwissenschaften und Mathematik auf Sekundarstufen I und II). Nach Einschätzung der Kantone wird im Vergleich zum Vorjahr für die Sekundarstufe I (Grundansprüche) und für Klassen mit besonderem Lehrplan eine gewisse Entspannung festgestellt.
  • Die Zahl der Stellen, für die Übergangslösungen gefunden werden mussten, bewegt sich wie in den Vorjahren auf tiefem Niveau: 2003/2004 waren es 170 auf 72'127 Stellen (0,2%). Die Übergangslösungen bestehen mehrheitlich in provisorisch besetzten Stellen (z.B. befristete Stellvertretungen). Zum Vergleich: 0,3% im Jahr 2001/2002, 0,2% im Jahr 2002/2003.

Aktionsplan mit Massnahmen für die gesamtschweizerische Ebene

An ihrer Plenarversammlung vom 25. März 2004 haben die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren einen Aktionsplan mit Massnahmen zur Rekrutierung von Lehrpersonen verabschiedet. Die hier beschriebenen Massnahmen für die gesamtschweizerische Ebene werden ergänzt durch Massnahmen der kantonalen Erziehungsdepartemente sowie der für die Ausbildung zuständigen Pädagogischen Hochschulen. Die Kantone und Hochschulen sind ihrerseits eingeladen worden, entsprechende Aktionspläne auszuarbeiten.

Der Aktionsplan für die gesamtschweizerische Ebene enthält folgende Massnahmen:

Gewinnung von Personen für den Beruf

  • Für die Ausbildung: Die Gewinnung von Studierenden für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung wird mit geeigneten Massnahmen unterstützt (Information, PR). Diese Massnahmen werden von der Schweizerischen Konferenz der Pädagogischen Hochschulen (SKPH) koordiniert.
  • Für offene Stellen: Auf dem Schweizerischen Bildungsserver (www.educa.ch) wird eine nationale Stellenbörse für Lehrpersonen in der Schweiz angeboten: "educa.job" wird von der Schweizerischen Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB) geführt und laufend weiterentwickelt.

Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen

  • Die Rahmenbedingungen in der Lehrerausbildung werden von der EDK weiter harmonisiert (Zulassungsbedingungen zu den PH, Ausbildung der PH-Dozierenden, Anerkennung ausländischer Titel).
  • Die Zugangsmöglichkeiten zum Lehrberuf werden ausgebaut: angepasste Ausbildungsprogramme sollen alternative Zugänge (z.B. über Berufsausbildungen) ermöglichen. Zuständig ist die SKPH.
  • Die Entwicklung der Studierendenzahlen an den Pädagogischen Hochschulen wird beobachtet, ebenso die Berufslaufbahn der PH-Absolven-tinnen und -Absolventen.

Verbesserte Perspektiven im Lehrberuf, gesamtschweizerische Mobilität

  • Zusatzqualifikationen im Lehrberuf (z.B. Schulleitung, Beratung, Verantwortlichkeit für interne Weiterbildung) sollen über ein EDK-Reglement gesamtschweizerisch anerkannt werden. Eine entsprechende Vernehmlassung läuft zurzeit bei allen Kantonen.
  • Erstmals werden die Institutionen der Lehrerausbildung gesamtschweizerisch gültige Diplome abgeben. Die Anerkennung der Studiengänge der Pädagogischen Hochschulen durch die EDK erfolgt laufend.

Die Massnahmen basieren auf dem Experten-Bericht "Strategie für die Rekrutierung von Lehrpersonen", der von der EDK in Auftrag gegeben und 2003 publiziert wurde (Studien + Berichte der EDK, 17A). Zu den vorgeschlagenen Massnahmen wurde im vergangenen Jahr eine Vernehmlassung bei den Kantonen durchgeführt.

Neben der Entwicklung einer Rekrutierungsstrategie umfasst der EDK-Arbeitsschwerpunkt "Stärkung des Lehrberufs" Arbeiten im Bereich einer hochstehenden Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen und der Stärkung und Attraktivierung des Berufsbildes.

Weitere Ergebnisse der Plenarversammlung vom 25. März 2004

Teilnahme an PISA 2006
Die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren haben am 25. März 2004 beschlossen, dass sich die Schweiz nach 2000 und 2003 auch im Jahr 2006 an der internationalen Vergleichsstudie PISA (Programme for International Student Assessment) der OECD beteiligt. Im Jahr 2006 stehen die Naturwissenschaften im Zentrum der Untersuchung.

ICT-Empfehlungen verabschiedet

nformations- und Kommunikationstechnologien (ICT) sollen noch systematischer in die Grundausbildung und Weiterbildung der Lehrpersonen der obligatorischen Schule und der Sekundarstufe II integriert werden. Die EDK hat am 25. März 2004 entsprechende Empfehlungen verabschiedet. Diese basieren auf folgendem Verständnis von ICT-Bildung:

  • Neben der Vermittlung von Anwenderkenntnissen ("Teach how to use ICT") soll insbesondere der ergiebige Einsatz des Computers im Fachunterricht ("Use ICT to teach") zur Ausbildung gehören. Die Ausbildung richtet sich dementsprechend an alle Lehrpersonen.
  • Die Ausbildung in ICT erfolgt im Rahmen einer umfassenden Medienpädagogik und umfasst demnach auch den reflektierten und kritischen Umgang mit elektronischen - und anderen - Medien.


Herausgeber:
Pressedienst Generalsekretariat EDK, Tel. 031 309 51 11