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Medienmitteilung 29.04.2004


Masterplan Fachhochschulen Bund und Kantone: Qualität der Ausbildung sicherstellen

EDK/BBT, 29.04.2004. Steigende Studierendenzahlen, Ausbaubedarf bei Forschung und Entwicklung und Grossprojekte im Infrastrukturbereich führen zu einer deutlichen Kostensteigerung bei den Fachhochschulen. Bund und Kantone haben in einem Masterplan Fachhochschulen gemeinsam festgelegt, wie der Mitteleinsatz in der Planungsperiode 2004-2007 optimiert werden kann. Höchste Priorität hat dabei die Sicherstellung einer hochstehenden Ausbildung, zweite Priorität der Ausbau von Forschung und Entwicklung. Mit Hilfe des Masterplans wollen Bund und Kantone bei den Betriebskosten im Fachhochschulbereich einen Fehlbetrag von rund einer halben Milliarde Franken auf 50 Millionen Franken reduzieren.


Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK hat den Bund (Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement EVD, Eidgenössisches Departement des Innern EDI) im November 2002 eingeladen, sich für die Periode 2004-2007 in einem Masterplan über die Ziele und deren Finanzierung in den gemeinsam verantworteten Bildungsbereichen (Berufsbildung, Fachhochschulen und Universitäten) zu verständigen. Im Bereich Fachhochschulen hat eine Arbeitsgruppe Bund-Kantone verschiedene Massnahmen zur Verbesserung des Mitteleinsatzes erarbeitet. EVD, EDI und EDK haben den vorgeschlagenen Massnahmen zugestimmt. Darüber informierten an einer Medienkonferenz in Bern Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling (SG), Präsident der EDK, Regierungsrat Rainer Huber (AG), Präsident des Schweizerischen Fachhochschulrates, und Eric Fumeaux, Direktor des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT. Das Projekt Masterplan Fachhochschulen steht für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Bund und Kantonen. Es hat zu mehr Kostentransparenz geführt und soll für die Planungsperiode 2008-2011 fortgeführt werden.

Für die Planungsperiode 2004-2007 haben die Kantone für die Fachhochschulen insgesamt einen Aufwand von 4'474 Millionen Franken vorgesehen (ohne Pädagogische Hochschulen mit 1'567 Millionen Franken). Der Bund hat für die gleiche Planungsperiode 1'129 Millionen Franken eingestellt. Von 2004-2007 werden somit die von Bund und Kantonen vorgesehenen Mittel für die Fachhochschulen jährlich um durchschnittlich 80 Millionen Franken ansteigen. Dennoch käme es bei einer ungebremsten Weiterentwicklung der Betriebskosten zu einem Fehlbetrag von rund 500 Millionen Franken.

Hauptursache für die Kostensteigerung sind die stark steigenden Studierendenzahlen: Zwischen 2004-2007 wird die Zahl der Studierenden in Diplomstudiengängen von rund 30'000 auf 35'000 (+16%) ansteigen. Bei ungebremster Entwicklung der Kosten bedeutet dies eine Zunahme von 283 Millionen Franken. Zusätzliche Mittel werden für die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung an den Fachhochschulen benötigt, die weiter ausgebaut werden soll. Dazu kommen Mehrkosten von 34 Millionen Franken für die Einführung von zweistufigen Bachelor- und Master-Studiengängen (Bologna-Reform). Für die Träger ergeben sich weitere Belastungen durch grosse Bauvorhaben im Umfang von bereits budgetierten 348 Millionen Franken.

Für die Priorisierung der Massnahmen im Masterplan haben Bund und Kantone folgenden Grundsatz festgelegt: Höchste Priorität hat die Sicherstellung einer qualitativ hochstehenden Ausbildung, an zweiter Stelle kommt der Ausbau von Forschung und Entwicklung. Hier will man trotz angespannten Finanzen bei einer Steigerung von 168 Millionen Franken bleiben. Um diese Ziele zu erreichen, haben sich die beteiligten Partner auf folgende Massnahmen geeinigt:

  • Die wichtigste Massnahme - die Festlegung eines Standardkostensatzes - zielt auf eine Senkung der Durchschnittskosten pro Studienplatz, ohne dass die Qualität der Ausbildung beeinträchtigt wird. Zu diesem Zweck haben sich Bund und Kantone auf einen Standardkostensatz pro Studienplatz je
    Fachbereich geeinigt. Dieser soll künftig als Basis für die Subventionierung durch den Bund und die Finanzierung durch die Kantone gelten. Die heutige Ausstattung der Fachhochschulen erlaubt einen verbesserten Mitteleinsatz. Mögliche Massnahmen sind beispielsweise ein verstärkter Einbezug des Mittelbaus in die Lehre, eine bessere Auslastung der Infrastruktur, die Führung von Studierendenverbänden statt fixen Klassen, die Erweiterung der Studiengänge nur dann, wenn keine Infrastrukturfolgen ausgelöst werden. Einsparungen: 276 Millionen Franken.
  • Weiterbildung und Dienstleistungen sollen künftig ohne öffentliche Subventionierung (heute bei 10-25%) zu Marktpreisen angeboten werden. Einsparungen: 53 Millionen respektive 72 Millionen Franken.
  • Eine Anpassung an die durchschnittlichen Studiengebühren an den Universitäten wird für einen Teil der Fachhochschulen eine moderate Erhöhung der Studiengebühren zur Folge haben. Einsparungen: 26 Millionen Franken.


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