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Medienmitteilung 28.06.2004


Lehrerinnen- und Lehrerbildung: Bachelor-Abschlüsse ab Sommer 2004

Bern,  28.06.2004. Positive Zwischenbilanz bei den Studierendenzahlen an den Pädagogischen Hochschulen: Mit nunmehr 5500 Studierenden positionieren sich die neuen Hochschulen als attraktives Ausbildungsangebot auf Tertiärstufe. Ab Sommer 2004 können die ersten Absolventinnen und Absolventen der Lehrdiplome Vorschule/Primarschule auch einen Europa-kompatiblen Bachelor-Abschluss erwerben. Eine weitere Neuerung: für bestimmte Weiterqualifikationen im Lehrberuf wird erstmals eine gesamtschweizerische Anerkennung möglich.


An ihrer Plenarversammlung vom 17. Juni 2004 haben die 26 kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren verschiedene Beschlüsse zur gesamtschweizerischen Gestaltung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung (Grundausbildung und Weiterbildung) getroffen.

Umsetzung der Bologna-Reform: Bachelor-Abschlüsse ab Sommer 2004

Rund 5500 Studierende besuchen im Studienjahr 2003/2004 eine Pädagogische Hochschule. Diesen Sommer werden die ersten Pädagogischen Hochschulen ihre Diplome verleihen. Die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren haben beschlossen, dass zusammen mit der Erst-Diplomierung für EDK-anerkannte Lehrdiplome Vorschule/Primarschule auch ein Europa-kompatibler Bachelor-Titel verliehen werden kann. Die Studiengänge für Lehrdiplome der Vorschule/Primarstufe entsprechen den Vorgaben gemäss Bologna-Deklaration für diesen Abschluss: sie dauern gemäss EDK-Anerkennungsreglement drei Jahre, umfassen Studienleistungen im Umfang von 180 ECTS-Punkten (European Credit Transfer System) und sie führen zu einer Berufsqualifikation. Die Bologna-Reform soll in der Lehrerbildung insgesamt umgesetzt werden; für die übrigen Studiengänge Lehrdiplome Sekundarstufe I und II sowie Heilpädagogik stehen noch Klärungen an.

Zusatzqualifikationen: erstmals gesamtschweizerische Anerkennung

Die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren haben zwei Vorlagen verabschiedet, bei welchen die Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer und die Verbesserung der persönlichen Berufsplanung im Zentrum stehen.

  • Empfehlungen: Die neuen EDK-Empfehlungen zur Weiterbildung der Lehrpersonen (Link unten) definieren Weiterbildung als Teil des Berufsauftrags von Lehrerinnen und Lehrern, gleichzeitig soll die Weiterbildung einer Lehrperson auch eine bewusste Gestaltung ihrer persönlichen Berufslaufbahn erlauben, zu letzterem gehört auch ein gutes Personalmanagement innerhalb des Schulbetriebs. Ein weiterer Aspekt von Weiterbildung ist der Erwerb von Zusatzqualifikationen im Lehrberuf. Hier spielt das verabschiedete EDK-Reglement eine wichtige Rolle.
  • Reglement: Das neue EDK-Reglement über die Anerkennung der Abschlüsse von Zusatzausbildungen für den Lehrberuf (Link unten) betrifft bestimmte Ausbildungen, über die sich diplomierte Lehrpersonen für neue Funktionen im Bildungsbereich weiterqualifizieren können. Bei der Wahl der Ausbildungen, die gesamtschweizerisch anerkannt werden, wird sich die EDK auf einige wenige Ausbildungen beschränken. Diese müssen in mehreren Kantonen einem ausgewiesenen Bedürfnis entsprechen, z. B.: Schulleitung, Funktionen in der Beratung, Verantwortliche für schulinterne ICT-Ausbildung. Die EDK-Anerkennung wird den Arbeitsmarkt für diese Funktionen gesamtschweizerisch öffnen. Das Reglement basiert auf der Interkantonalen Diplomanerkennungsvereinbarung; ratifiziert von allen 26 Kantonen ermächtigt diese Vereinbarung die EDK zum Erlass von Anerkennungsreglementen.

Positive Zwischenbilanz bei den Studierendenzahlen

Eine erste Zwischenbilanz bei den Studierendenzahlen für die noch jungen Pädagogischen Hochschulen ist erfreulich, auch betreffend Erfüllung der Zugangsbestimmungen (gymnasiale Maturität).

  • Im aktuellen Studienjahr 2003/2004 besuchen rund 5500 Studierende eine Pädagogische Hochschule (alle Studiengänge inkl. pädagogisch-therapeutische Kontextberufe wie Logopädie oder Heilpädagogik), mehrheitlich sind es Studierende in Studiengängen Vorschule/Primarschule. Die grosse Mehrheit (70%) der Studierenden insgesamt tritt mit einem Maturitätsausweis in die Ausbildung ein: 60% mit einer gymnasialen Maturität und 10% mit einem Matura-äquivalenten Lehrpatent (Lehrdiplom Primarstufe). Knapp 12% der Studierenden haben einen Abschluss einer Diplommittelschule, bisher noch relativ selten ist der Zugang mit einer Berufsmaturität (2%). Die restlichen Studierenden haben einen anderen schweizerischen oder ausländischen Ausweis, darunter befinden sich beispielsweise Berufsleute mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis und mehrjähriger Berufserfahrung. Vier Fünftel der Studierenden sind Frauen.
    Der Zugang ohne Maturität ist mit Auflagen verbunden.
  • Dazu kommen Studierende, die ihr Lehrdiplom an einer Ausbildungseinrichtung einer universitären Hochschule erwerben. Das betrifft vor allem Studiengänge Sekundarstufe I (rund 1400 Studierende) und Sekundarstufe II (keine konsolidierten Zahlen). Hinzu kommen rund 550 Studierende in Studiengängen Vorschule/Primarschule. Diese Studierenden an universitären Ausbildungseinrichtungen streben die gleichen EDK-Abschlüsse an wie die Studierenden an den Pädagogischen Hochschulen.

Zahlen gemäss Bundesamt für Statistik 2004 (plus Zahlen PH Zentralschweiz, ohne Zahlen für den Kanton GE)


Herausgeber:
Pressedienst Generalsekretariat EDK, Tel. 031 309 51 11