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Medienmitteilung 01.07.2004


Jahrespressekonferenz der EDK: Ziele der Volksschule landesweit und verbindlich vereinheitlichen

Bern, 01.07.2004. In einem Schwerpunkte-Programm definieren die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren ihre Ziele für die Weiterentwicklung des Bildungssystems Schweiz. Strategische Prioritäten: Entwicklung von gesamtschweizerisch verbindlichen Standards für die obligatorische Schule (HarmoS), Aufbau eines schweizerischen Bildungsmonitorings, Weiterentwicklung des Sprachenunterrichts, Stärkung des Lehrberufs. Das HarmoS-Projekt tritt in die Phase der wissenschaftlichen Entwicklung der Bildungsstandards.


Am 17. Juni 2004 hat die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren ihr Tätigkeitsprogramm verabschiedet, dieses wird jährlich fortgeschrieben und den aktuellen Entwicklungen angepasst.

Über die wichtigsten Ziele der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren informierten an einer Medienorientierung in Bern der Präsident der EDK, Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling (SG), der Vize-Präsident der EDK, Staatsrat Gabriele Gendotti (TI), der Generalsekretär der EDK, Hans Ambühl, und der stellvertretende Generalsekretär und Projektleiter HarmoS, Olivier Maradan.

Eine Strategie und ein Programm für die Bildungskooperation Schweiz

Das laufende Tätigkeitsprogramm der EDK (vgl. Link unten) umfasst insgesamt 27 Arbeitsschwerpunkte. Vier Arbeitsschwerpunkte hat die EDK zu strategischen Prioritäten erklärt. Diese zeigen für die Sicherung und Entwicklung der Bildungsqualität in der Schweiz folgende Strategie auf:

  • Die Ziele der obligatorischen Schule landesweit und verbindlich vereinheitlichen (vgl. HarmoS unten, Projektdauer 2003-2006/07); mit dem entsprechenden Konkordat werden auch die Voraussetzungen für eine Flexibilisierung und Vorverlegung des Schuleintritts-alters geschaffen;
  • über den Aufbau eines schweizerischen Bildungsmonitorings zusammen mit dem Bund eine verlässlichere Steuerung des Bildungssystems ermöglichen (Konzeption 2004, erster Bildungsbericht 2006),
  • die Arbeiten zur Stärkung der Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer (Ausbildung, Weiterbildung, Berufsbild, Berufsperspektiven) in einer langfristigen Perspektive weiterführen,
  • die Intensivierung, Vorverlegung und Evaluation des Sprachenlernens (Erstsprache und Fremdsprachen) in der obligatorischen Schule durch gesamtschweizerische Instrumente koordinierend unterstützen.

Damit stellt die Qualität der obligatorischen Schule eine Priorität bei der gesamtschweizerischen Zusammenarbeit dar, ebenso wie die Führung des Bildungssystems als Ganzes, und als wichtigste Voraussetzung für ein leistungsfähiges Bildungssystem: die Professionalität der Lehrenden.

Die weiteren Arbeitsschwerpunkte betreffen die verschiedenen Bildungsstufen (Allgemeinbildung Sekundarstufe II, Berufsbildung, Hochschulen), Permanenzaufgaben einer Bildungsverwaltung Schweiz (Diplomanerkennung, Freizügigkeitsvereinbarungen) und andere Themen (Migration und Bildung, ICT usw.). Zwei Arbeitsschwerpunkte werden ab 2004 neu bearbeitet:

  • Nahtstelle: Arbeiten zum Übergang obligatorische Schule > Sekundarstufe II
  • Stipendien: Arbeiten zur Entwicklung einer gesamtschweizerisch koordinierten Stipendienpolitik

Das Projekt HarmoS nimmt Gestalt an

Das Projekt Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS) läuft von 2003-2006/07 und umfasst die Entwicklung von gesamtschweizerisch verbindlichen Bildungsstandards für zentrale Bildungsbereiche. Im Juni ist die Erarbeitung der Bildungsstandards in wissenschaftlichen Projekten lanciert worden, sie dauert bis Ende 2006.

Die Basis für die wissenschaftlichen Arbeiten bilden umfassende Abklärungen, die im ersten Projektjahr 2003 im internationalen Kontext vorgenommen wurden. Die Resultate dieser Abklärungen werden in der Form eines Weissbuches HarmoS zusammengefasst (Link unten). Es beschreibt das Verständnis der Schweizer Bildungsstandards.

  • Konzeption der Schweizer Standards: Bildungsstandards sind keine Lehrpläne und keine Testaufgaben. Bildungsstandards beschreiben Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler erreichen sollen (performance standards). Sie basieren auf einem Kompetenzmodell, welches verschiedene Niveaus von Kompetenzbeschreibungen umfasst (Progression), so können die Lernanforderungen zu verschiedenen Zeitpunkten festgelegt werden. Bildungsstandards sind mess- und überprüfbar.
  • Schweizer Standards als verbindliche Anforderungen: Auf Basis der wissenschaftlichen Arbeiten wird die EDK ab 2007 die rechtlich-politischen Entscheide fällen. Diese beinhalten die Festlegung der nationalen Standards in einer neuen Interkantonalen Vereinbarung (Konkordat) zur Harmonisierung der obligatorischen Schule. Für Kantone, welche ab 2007 dieser Vereinbarung beitreten, werden die Bildungsstandards verbindlich. Deren Erreichung wird regelmässig im Rahmen des schweizerischen Bildungsmonitorings überprüft.
  • Unterschiede zu ausländischen Konzeptionen von Standards: Die Art und Funktion der Schweizer Standards unterscheidet sich insbesondere von derjenigen im angelsächsischen Raum. Dort gilt der tatsächlich erreichte Durchschnitt der Schülerinnen und Schüler in nationalen Tests als Standard, und die Ergebnisse dienen auch zum Vergleich zwischen Einzelschulen. In Deutschland hingegen beziehen sich die "Standards" heute auf eine aus den Lehrplänen abgeleitete nationale Abschlussprüfung ("Mittlere Schulreife"), die nicht auf umfassenden Kompetenzmodellen und empirischen Überprüfungen basieren.


Herausgeber:
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