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Medienmitteilung 12.01.2005


Landesweite Untersuchung an den Gymnasien: Positive Bilanz für die neue Maturitätsausbildung

EDK/SBF, 12.01.2005. Eine landesweite Befragung von insgesamt rund 24'000 Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen und Schulleitungen zeigt: die Gesamtbilanz für die neue Maturitätsausbildung fällt positiv aus.


Das Projekt heisst EVAMAR und steht für die Evaluation des neuen Maturitätsanerkennungsreglementes (MAR), also für die Untersuchung der ab 1995 reformierten Maturitätsausbildung. Zum ersten Mal überhaupt fand an Schweizer Gymnasien eine Untersuchung dieser Grössenordnung statt: über 21'000 Schülerinnen und Schüler und 2'300 Lehrpersonen der Schweiz wurden zur neuen Matura befragt, dazu sämtliche Schulleitungen sowie kantonale Verantwortliche. Alle Kantone beteiligten sich an der Befragung.

In Auftrag gegeben wurde EVAMAR von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und vom Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF, vormals Bundesamt für Bildung und Wissenschaft). Kantone und Bund haben 2001 beschlossen, die Maturitätsreform gesamtschweizerisch in zwei Etappen zu evaluieren und damit auf Basis gesicherter Daten zu entscheiden, ob Kurskorrekturen vorgenommen werden müssen. Die nun vorliegenden Ergebnisse betreffen Phase I von EVAMAR (Befragung der Direktbeteiligten zur Umsetzung der Reform), in Phase II soll mit Tests der Ausbildungsstand der Schülerinnen und Schüler am Ende der Ausbildung gemessen werden.

Einige Ergebnisse von EVAMAR Phase I

  • Reform erhält gute Noten: Die Befragten beurteilen die Reform insgesamt positiv.
  • Individualisierung erreicht: Mit einem flexibleren Fächerangebot ist eine bessere Ausrichtung auf die persönlichen Interessen der Schülerinnen und Schüler erreicht worden. Im Vergleich zu den alten Maturitätstypen sind heute mehr und neue Bildungsprofile möglich, so etwa in den Bereichen Bildnerisches Gestalten und Musik.
  • Hochschulreife aus Sicht der Befragten erreicht: Acht von zehn Maturandinnen und Maturanden wollen ihre Ausbildung an einer universitären Hochschule fortsetzen, weitere an einer Pädagogischen Hochschule oder Fachhochschule. Etwas weniger als 10% schlagen einen anderen Weg ein. Auch bei einer flexibleren Ausbildungsgestaltung und einer z.T. verkürzten Ausbildungszeit fühlen sich acht von zehn Maturandinnen und Maturanden eher gut oder gut auf ein universitäres Studium vorbereitet. Diese Einschätzung wird von der Mehrheit der Lehrpersonen bestätigt.
  • Veränderungen werden begrüsst: Schulen und Lehrpersonen stehen mehrheitlich hinter den Neuerungen der Reform. Sehr geschätzt wird die Einführung der Maturaarbeit und die Einführung der Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer. Lehrende und Lernende schätzen den fächer-übergreifenden Unterricht (Interdisziplinarität) und die Vermittlung von fächerübergreifenden Kompetenzen. Die neue Promotionsregelung wird teils positiv, teils negativ beurteilt.
  • Neue Anforderungen gut gemeistert: Die Erreichung der Reformziele führte zu organisatorischem Mehraufwand für die Schulen und stellte neue Ansprüche an Lehrpersonen und Schulen. Umso erfreulicher ist die insgesamt positive Beurteilung der Reform zu werten. Zudem zeigt sich, dass Schulen, welche bereits mehr Erfahrung mit der neuen Ausbildung haben, die Unterrichtsqualität und Lernmotivation positiver einstufen. Das weist darauf hin, dass verschiedene Probleme als Einführungsschwierigkeiten angesehen werden können.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie die ausführlichen Berichte können unter den Links am Ende der Pressemitteilung eingesehen werden.

Keine Kurskorrekturen notwendig, Phase II einleiten

Basis der Maturitätsreform ist das von Bund und Kantonen im Jahr 1995 erlassene Maturitätsanerkennungsreglement. Die Ergebnisse von Phase I zeigen, dass sich auf dieser Regelungsebene keine grundsätzlichen Kurskorrekturen aufdrängen. Es sollen aber durch die Schweizerische Maturitätskommission einige reglementarische Vorgaben noch einmal geprüft werden, insbesondere verschiedene Vorschriften zur Promotion (Kompensation von ungenügenden Noten, die Gewichtung der Noten nach Fächern oder die Notengebung in den Schwerpunktfächern).

Phase II zum Ausbildungsstand der Maturandinnen und Maturanden wird weitere Erkenntnisse zur Reform liefern. Erste Ergebnisse dazu werden für 2007 erwartet.


Herausgeber:
Pressedienst Generalsekretariat EDK, Tel. 031 309 51 11

 

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Leiter Ressort Allgemeine Bildung, Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF,
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Dr. Erich Ramseier
wissenschaftlicher Projekteiter EVAMAR, Abteilung Bildungsplanung und Evaluation der Erziehungsdirektion des Kantons Bern,
Tel. 031 633 85 19