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Medienmitteilung 16.06.2005


Nationale Leistungsmessungen nach der Matura

Bern, 16.06.2005. Die EDK wird zusammen mit dem Bund ab 2006 in einer landesweiten Untersuchung erstmals den Ausbildungsstand von jungen Studierenden nach bestandener Maturität überprüfen.

Weitere wichtige Beschlüsse der Juni-Plenarversammlung: Die EDK hat der erstmaligen Einrichtung einer gesamtschweizerischen Stelle für Stipendien zugestimmt. Die Erziehungsdirektorinnen und -direktoren haben weiter ihr Tätigkeitsprogramm 2005 verabschiedet und damit den Zeitplänen für die Erarbeitung der neuen Interkantonalen Vereinbarung zur Harmonisierung der obligatorischen Schule und für die Erarbeitung der Bildungsstandards zugestimmt. Schliesslich haben sie einer Revision der Bestimmungen über die Bildung in der Bundesverfassung zugestimmt.


An ihrer Plenarversammlung vom 16. Juni 2005 in Bern haben die 26 kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren der Durchführung von EVAMAR (Evaluation der Maturitätsreform) Phase II zugestimmt. Erstmals wird damit in der Schweiz mit Tests der Ausbildungsstand von jungen Studierenden nach Beendigung des Gymnasiums erfasst. Die Erhebung soll 2006 starten und 2007 abgeschlossen sein. Dabei wird schwerpunktmässig die Studierfähigkeit (während des Gymnasiums vermittelte Kompetenzen für die Absolvierung eines Hochschulstudiums) der Matura-Absolventinnen und Matura-Absolventen analysiert.

EVAMAR Phase II wird gemeinsam von Bund und Kantonen durchgeführt und finanziert.

In Phase I von EVAMAR waren die Direktbeteiligten (Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Schulleitungen) im Schuljahr 2002/2003 zu ihrer Einschätzung der Reform befragt worden. Die Befragten beurteilten die Reform grundsätzlich positiv. Es drängen sich keine grundlegenden Kurskorrekturen im Sinne einer Totalrevision des Maturitätsanerkennungsreglementes auf. Die EDK und der Vorsteher des Eidgenössischen Departementes des Innern wollen aber zu einzelnen Fragen eine Teilrevision des Reglementes prüfen lassen, namentlich zur Stellung der naturwissenschaftlichen Fächer und der Maturaarbeit. Dafür wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe Bund-Kantone eingesetzt.

Erstmalige Schaffung einer interkantonalen Stelle für Stipendien

Mit dem In-Kraft-Treten der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen NFA (voraussichtlich 2008) tragen die Kantone neu die volle Verantwortung und Finanzierung für Ausbildungsbeihilfen bis und mit Sekundarstufe II (Rückzug des Bundes aus Mitfinanzierung Ausbildungsbeihilfen Sekundarstufe II).

Das verlangt eine verstärkte Koordination unter den Kantonen. Die EDK hat deshalb der Schaffung einer Interkantonalen Stelle für die Bearbeitung von Stipendienfragen zugestimmt. Sie wird beim Generalsekretariat der EDK angesiedelt und ist befristet auf die Jahre 2005-2008. Zentrale Aufgaben der Stelle sind: die Erarbeitung von Grundlagen für eine neue Interkantonale Vereinbarung zur Harmonisierung des Stipendienwesens sowie Informations- und Dokumentationsaufgaben. Ebenfalls zugestimmt hat die EDK der Schaffung eines Webportals "Stipendien" auf dem Schweizerischen Bildungsserver www.educa.ch.

Neues Konkordat zur Harmonisierung der obligatorischen Schule bis 2007

Die EDK-Plenarversammlung hat ihr Tätigkeitsprogramm 2005 verabschiedet. Es legt die Schwerpunkte der interkantonalen Zusammenarbeit im Bildungsbereich für die kommenden Jahre fest. Schwerpunkte bilden die Harmonisierung der obligatorischen Schule und die Qualitätssicherung auf gesamtschweizerischer Ebene.

Für die Erarbeitung der wichtigsten Harmonisierungsinstrumente (Konkordat und Standards) hat die Plenarversammlung die Fahrpläne zustimmend zur Kenntnis genommen.

  • Die neue Interkantonale Vereinbarung zur Harmonisierung der obligatorischen Schule der EDK soll im Herbst 2007 zur Ratifikation in den Kantonen verabschiedet werden. Sie wird wichtige Eckwerte der obligatorischen Schule (Einschulungsalter, frühere und flexiblere Einschulung, Dauer der obligatorischen Schule) neu regeln und verbindlich zu erreichende Bildungsstandards vorgeben.
  • Die Bildungsstandards für das EDK-Konkordat werden im Projekt HarmoS entwickelt. Nach einer öffentlichen Ausschreibung wurden im Mai 2005 die Institutionen für die wissenschaftlichen Entwicklungsarbeiten bestimmt. Für jeden Fachbereich gibt es ein "Leading House" mit Projektleitungsfunktion. Alle "Leading Houses" arbeiten mit Institutionen aus den anderen Sprachregionen zusammen. Die wissenschaftlichen Entwicklungsarbeiten werden je nach Fachbereich ab Mitte 2007 abgeschlossen sein. Dann gehen die Standards in eine Konsultation und politische Beratung. Mehr Details in Tabelle 2 unter Link 1.

Diese Arbeiten werden ergänzt durch Projekte in den Sprachregionen zur Entwicklung respektive Einführung gemeinsamer Lehrpläne. Eine Zusammenstellung der wichtigsten Projekte zur Harmonisierung der obligatorischen Schule in der Schweiz findet sich in Tabelle 1 unter Link 1.

Zustimmung zur Revision der Bildungsverfassung

Die Plenarversammlung der EDK hat schliesslich einer Revision der Bestimmungen über die Bildung in der Bundesverfassung (Art. 62 ff.) zugestimmt, in der nach durchgeführter Vernehmlassung überarbeiteten Fassung.


Herausgeber:
Pressedienst Generalsekretariat EDK, Tel. 031 309 51 11

 

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