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Medienmitteilung 21.6.2007


Sprachengesetz des Bundes: EDK kritisiert Entscheid des Nationalrates

Bern, 21. Juni 2007. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) kritisiert den Entscheid des Nationalrates, im Sprachengesetz des Bundes die Reihenfolge der Fremdsprachen in der Schule vorgeben zu wollen.


Der Bund verfügt in dieser Frage über keine verfassungsrechtliche Grundlage. Das hat auch mit der Annahme der revidierten Bildungsartikel in der Bundesverfassung (Abstimmung vom 21. Mai 2006) nicht geändert: die Bereiche für die neue subsidiäre Bundesintervention sind hier abschliessend aufgezählt (Schuleintrittsalter, Schulpflicht, Dauer und Ziele der Bildungsstufen und deren Übergänge). Wann welche Fächer im Lernprozess einsetzen, gehört nicht dazu.

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat am 14. Juni 2007 das neue Konkordat zur Harmonisierung der obligatorischen Schule (HarmoS) einstimmig verabschiedet und zur Ratifikation freigegeben. Der Grundsatz, dass zwei Fremdsprachen - eine zweite Landessprache und Englisch - ab Primarschule unterrichtet werden müssen, ist hier verpflichtend festgehalten. In beiden Sprachen sind per Ende der obligatorischen Schule vergleichbare Kenntnisse zu erreichen, der Unterricht der zweiten Landessprache wird ergänzt um kulturelle Zielsetzungen. Die hier beschriebene Situation wird bereits grossflächig umgesetzt, die Reihenfolge der Fremdsprachen basiert auf regionalen Abkommen (vgl. Karte unter Mehr Informationen).

Langjährige Diskussionen haben gezeigt, dass es zwischen den verschiedenen Regionen unseres Landes bezüglich Einstiegsfremdsprache (zweite Landessprache oder Englisch) keinen Konsens gibt. In dieser Situation ist die EDK-Sprachenstrategie - die nun in einem Konkordat verbindlich verankert ist - die beste und einzig mögliche Lösung.

Die EDK wird entsprechend ihren Weg über das HarmoS-Konkordat weiterverfolgen.

Positiv vermerkt die EDK, dass die aus Sicht der Kantone prioritären Punkte im Gesetz enthalten sind: Förderung des Austausches, Einrichtung eines nationalen Kompetenzzentrums für Mehrsprachigkeit Unterstützung der mehrsprachigen Kantone und der sprachlichen Minderheiten.

Herausgeber:
Pressedienst Generalsekretariat EDK, Tel. 031 309 51 11

 

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